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Einfache Sprache
Im Jahr 1738 hat es in Pielenhofen ein Fest gegeben. Pielenhofen ist ein Ort zwischen Nittendorf und Kallmünz. Das ist in der Nähe von Regensburg. Und was haben die Menschen in Pielenhofen damals gefeiert? Die neue Kloster-Kirche von Pielenhofen ist endlich fertig gewesen. Und sie konnte mit einem Fest eröffnet werden. Das ist jetzt ungefähr 300 Jahre her. Bei dem Fest konnten die Zisterzienser-Mönche in ihre neue Kirche einziehen. Mönche sind Männer, denen ihr Glaube an Gott sehr wichtig ist. Deshalb leben sie in einem Kloster. Zu einem Kloster gehören verschiedene Gebäude. Die Gebäude sind um eine Kirche herum gebaut. Die Mönche in Pielenhofen sind Zisterzienser gewesen. Das ist eine besondere Form vom Glauben an Gott. Für die Zisterzienser sind diese Dinge beim Glauben besonders wichtig: - Das Beten zu Maria: Maria ist die Mutter von Jesus gewesen. - Das fleißige Arbeiten: Damit ist zum Beispiel das Arbeiten im Gemüse-Garten gemeint - Das Zusammen-Leben mit anderen Mönchen im Kloster: Die neue Kirche war auf eine bestimmte Art gebaut. Das Fach-Wort für diese Bau-Art heißt Barock. Barocke Kirchen erkennt man zum Beispiel an diesen Dingen: Viel Verzierung aus Gold - Große Kirch-Türme: Schöne Bilder an der Decke von der Kirche: Die Kirche hat der Bau-Meister Franz von Beer gebaut. Bau-Meister haben die Pläne für Gebäude gemacht. Und sie haben den Bau von den Gebäuden überwacht. Der Bau von der Kloster-Kirche hat 21 Jahre gedauert. Das war für die Zeit damals aber sehr schnell. Die Kirche ist sehr schön geworden. Die kann man schon von weitem sehen. Und die Menschen wissen: Sie sind in der Kirche willkommen. Franz von Beer hat also sehr gute Arbeit gemacht. Und war auf seine Arbeit sehr stolz. Besonders schön ist der Altar von der Kirche geworden. Ein Altar ist so ähnlich wie ein Tisch. Am Altar hält der Pfarrer seine Messe. Mit dem Fest haben die Mönche ihm auch gedankt. Die neue Kloster-Kirche ist zwar im Jahr 1738 fertig geworden. An dieser Stelle hat es aber schon viel länger ein Kloster gegeben. Das ist schon im Jahr 1240 gegründet worden. Das ist ungefähr 800 Jahre her. Zisterzienserinnen haben das Kloster gegründet. Das waren Nonnen. Nonnen sind Frauen, denen ihr Glaube an Gott sehr wichtig ist. Deshalb wollten sie damals in einem Kloster leben. Sie haben ihr Kloster der Heiligen Maria geweiht.Geweiht heißt: Die Heilige Maria war ihnen sehr wichtig. So wollten sie Maria ehren. Und sie wollten auch das damit erreichen: Die Heilige Maria sollte ihr Kloster beschützen. Deshalb sollte auch der Name von ihrem Kloster an Maria erinnern. Der Name von dem Kloster war: Portus Marianus. Das ist lateinisch. Lateinisch ist eine sehr alte Sprache. Sie wird heute fast nicht mehr gesprochen. In der Kirche wird sie aber noch manchmal benutzt. Auf Deutsch heißt der Name vom Kloster: Maria am Gestade. Gestade ist ein altes Wort für Ufer. Weil das Kloster am Ufer von dem Fluss Naab ist. Am Anfang war das Leben im Kloster sehr gut. Und das Kloster wurde immer größer. Damit ist gemeint: Es wurden zum Beispiel immer mehr Gebäude angebaut. Zum Beispiel ist eine Brauerei gebaut worden. Und eine Mühle. Das war ungefähr 100 Jahre nach der Gründung vom Kloster. Die Zisterzienserinnen haben auch sehr viel Hilfe bekommen. Die Hilfe haben sie von sehr mächtigen Familien bekommen. Das waren die Familien von Ehrenfels und von Hohenfels. Auch dem Ort Pielenhofen ist es dadurch gut gegangen.Aber es hat auch schlechte Zeiten für das Kloster Pielenhofen gegeben. Das Kloster ist im Jahr 1559 zum 1. Mal aufgelöst worden. Der Grund dafür war: Der Landes-Herr Ottheinrich von der Pfalz hat seinen Glauben geändert. Der Landes-Herr war ein Fürst. Fürsten hatten damals viel Macht. Sie haben für den Kaiser gearbeitet. Fürsten hatten die Verantwortung für größere Gebiete. Er wollte nicht bei der katholischen Kirche sein. Und ist in die evangelische Kirche gewechselt. Deshalb hat er alle Klöster in seinem Herrschafts-Gebiet auflösen lassen. Dazu hat auch das Kloster Pielenhofen gehört. Später haben die Zisterzienser vom Kloster Kaisheim das Kloster Pielenhofen gekauft. Dazwischen sind ungefähr 100 Jahre vergangen. Kaishaim ist in der Nähe von Donauwörth. Donauwörth ist eine Stadt in Schwaben. In dieser Zeit war das Kloster schon baufällig. Damit ist gemeint: Es mussten einige Dinge neu gemacht werden. Nach dem Kauf von Pielenhofen zogen die Zisterzienser-Mönche dort ein. Sie haben das Kloster wieder gut aufgebaut. Die alte Kloster-Kirche haben sie abreißen lassen. Dafür haben sie 1738 die neue Barock-Kirche eingeweiht. Am Anfang vom 19. Jahrhundert ist das Kloster wieder aufgelöst worden.Der Grund dafür war die Säkularisation. Das spricht man: Sä-ku-la-ri-sa-zion. Säkularisation heißt: Die Kirche musste viele Gebiete an den Staat abgeben. Und auch viel Eigentum. Dazu haben zum Beispiel auch die Klöster gehört. Aber einige Jahre später hat man das Kloster in Pielenhofen wieder benutzt. Die Salesianerinnen haben das Kloster zu einer Schule umgebaut. Und die Schule hat es viele Jahre gegeben. Später war die Grundschule von den Regensburger Domspatzen im Kloster. Die Regensburger Domspatzen sind ein sehr bekannter Chor. Der Chor gibt Konzerte in vielen Ländern auf der ganzen Welt. Im Jahr 2010 ist das Kloster Pielenhofen aufgelöst worden. Die Grundschule von den Domspatzen ist nach Regensburg umgezogen. Im Kloster-Gebäude gibt es heute eine Real-Schule und eine Fach-Oberschule.