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Einfache Sprache
Ein kleines Anwesen wie dieses wurde als Sölde bezeichnet. Seine Bewohner waren Kleinbauern. Auf einer Sölde reichte die Landwirtschaft nicht zum Leben, der Bauer musste als Tagelöhner oder Handwerker dazuverdienen. Hier auf der Marxensölde aus der Gemeinde Gangkofen war man stolz, im Jahr 1812 das Erdgeschoss aus Ziegeln zu errichten. Zu jener Zeit waren die meisten Bauernhäuser noch Blockbauten aus Holz. Man nimmt an, dass man die Ziegelsteine günstig von einem abgebrochenen Kloster bezog. Sein schmuckes Aussehen bekam das Kleinbauernhaus durch den Kontrast von unverputzten Ziegelmauern und den mit Putz und Kalkfarbe umrahmten Fenstern. Dazu auch noch von der verzierten Balkonballustrade. Die Marxensölde ist ein sogenanntes Mittertennhaus: In der Mitte des Gebäudes trennt die Tenne in Form einer Durchfahrt das Haus in zwei Bereiche: links liegt der Wohnteil, rechts der Wirtschaftsteil mit Stall und Stadel. Das Museum hat den Bauzustand um 1885 rekonstruiert. Dazu zählt auch der urige Ofen in der gekalkten Kuchl. Diese Feuerstelle liegt unter einem offenen Kamin. Gekocht wurde auf dem aus Ziegelsteinen gemauerten Herdtisch. Auch im Obergeschoss der Marxensölde befindet sich ein Ofen, was ungewöhnlich ist. Der teils verkachelte Sesselofen ist Teil einer schön eingerichteten Austragsstube. Dort zogen 1892 die Altbauern Michael und Maria Feuchtgruber ein, die das Haus für ihre Tochter und deren Bräutigam erworben hatten.