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Afrikaanlage Die Afrikaanlage im Tiergarten Straubing vermittelt einen lebendigen Eindruck der ostafrikanischen Savannenlandschaften. Hier leben derzeit Watussirinder und Zebras gemeinsam – zwei Tierarten, die zwar sehr unterschiedlich wirken, aber in ihrer Heimat ähnliche Lebensräume teilen und sich gut miteinander vertragen. Die großzügige Anlage zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und anpassungsfähig die Tierwelt Afrikas ist. Gleichzeitig entsteht direkt daneben der neue Afrikastall, der kurz vor der Fertigstellung steht. Welche Tierarten dort einziehen werden, entscheidet sich erst noch: Die Expertengruppen der Europäischen Erhaltungszuchtprogramme prüfen, für welche bedrohten afrikanischen Arten der Stall am sinnvollsten genutzt werden kann. Der Tiergarten möchte damit einen wichtigen Beitrag zum internationalen Artenschutz leisten. Die Watussirinder gehören zu den ältesten bekannten Rinderrassen Afrikas. Sie entstanden bereits vor über 5000 Jahren durch die Kreuzung ägyptischer Langhornrinder mit indischen Buckelrindern, den Zebus. Ihr auffälligstes Merkmal sind die riesigen, weit ausladenden Hörner, die nicht nur imposant aussehen, sondern auch zur Temperaturregulierung dienen. In ihrer Heimat werden Watussirinder traditionell von den Tutsi in Ruanda und Burundi gehalten. Dort gelten sie als Statussymbol, Zahlungsmittel und Mitgift. Der Wert eines Tieres richtet sich vor allem nach der Größe seiner Hörner. Geschlachtet werden sie kaum – stattdessen werden sie gemolken und gelegentlich zur Ader gelassen. Das gewonnene Blut wird mit Milch vermischt und getrunken. In den baumarmen Savannengebieten dient der getrocknete Rinderdung zudem als wichtiges Brennmaterial. Gemeinsam mit den domestizierten Watussirindern leben auf der Anlage Böhmzebras, die kleinste der sechs Unterarten des Steppenzebras. Sie sind in den weiten Savannen Ostafrikas zuhause und tragen die typische schwarz weiße Streifung über den gesamten Körper, sogar an Bauch und Beinen. Ihr wissenschaftlicher Name Equus quagga erinnert an das ausgestorbene Quagga, eine Zebraform mit brauner Grundfarbe und nur wenigen Streifen am Hals. Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass das Quagga keine eigene Art war, sondern eine Unterart des Steppenzebras – daher wurde der Name übernommen, um an dieses urtümliche „Tigerpferd“ zu erinnern.
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