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Einfache Sprache
Pfalzgraf Philipp Wilhelm (1615-1690) hat das Renaissanceschloss Ottheinrichs 1664-68 um den mächtigen Schlossflügel zwischen flankierenden Rundtürmen auf der Ostseite erweitern lassen, womit es zu einer der ersten deutschen Barockresidenzen wurde. Die Ausführung leitete der Neuburger Hofbaumeister Jeremias Doctor. Die Entwürfe lieferte Giovanni Lolio, genannt Sadeler. Nahe Philipp Wilhelms Düsseldorfer Residenz hatte er bereits das Lustschloss Benrath erbaut. Der neue Osttrakt nahm die Wohn- und Repräsentationsräume des kinderreichen Fürstenpaares auf. Im ersten Geschoss erstreckten sich die Räume Philipp Wilhelms längs dieses monumentalen, einst bildergeschmückten Hof- und Residenzgangs: Er repräsentierte zugleich den langen, Distanz gebietenden, zeremoniellen Weg zum Fürsten, der über das Empfangzimmer am Ende des Gangs in das Audienzzimmer führte. Prächtige Fassadenschränke, wie sie hier zu sehen sind, möblierten solche Schlosskorridore. Das Appartement des Fürsten bestand aus sieben Zimmern. Auch damals zierten die großen Säle – wie die historischen Inventare berichten – die ererbten Bildteppiche aus der Zeit Ottheinrichs. Ihre Stuckdecken erhielten die Räume erst um 1740 unter Philipp Wilhelms Sohn Karl Philipp. Die Räume der Fürstin lagen in der zweiten Etage, ihr Schlafgemach durch eine interne Treppe mit dem ihres Gemahls verbunden. Ebenso wie im dritten Geschoss waren hier die Zimmerfluchten zur Hof- und zur Stadtseite angeordnet, einen repräsentativen Fürstengang wie diesen gab es nur im Hauptgeschoss.