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Einfache Sprache
Die Bayerwald-Landschaft, auf die sie hier schauen, entstand während des Erdaltertums, vor etwa 700 Millionen Jahren – lange noch, bevor sich die Alpen bildeten. Ein sehr altes Gebirge ist also der Bayerische Wald. Zusammen mit dem Oberpfälzer Wald und dem Böhmerwald bildet der Bayerische Wald die sogenannte Böhmische Masse. Sie besteht vorwiegend aus Granit und Gneis. Diese Gesteine sind aus erstarrtem Magma entstanden – jener Gesteinsschmelze in der Kruste und im heißen Mantel unserer Erde, die bei Vulkanausbrüchen aus der Erde tritt. Granit und Gneis bestehen aus kristallisiertem Gesteinsmaterial. Im grobkörnigen Granit sind die Bestandteile gut erkennbar: Feldspat, Quarz und Glimmer – „die vergess ich nimmer“ lautet ein bekannter Merkspruch. Im Lauf der Jahrmillionen nagte die Verwitterung an diesem kristallinen Gebirge, es wurde abgetragen und verflacht. So formte sich das bewaldete Mittelgebirge mit seinen runden Bergkuppen. Der Dichter Adalbert Stifter hat die heutige Erscheinungsform in dem poetischen Begriff „Waldwogen“ verewigt. So heißt es in seiner 1868 erschienenen Reiseerzählung „Im Bairischen Walde“: „Waldwoge steht hinter Waldwoge, bis eine die letzte ist und den Himmel schneidet.“