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Einfache Sprache
Dieser mit einem Tor geschlossene Dreiseithof wurde 1879 von Michael Tanzer gegründet. Der Stadel, in den die schmale Holzstiege führt, erhielt eine eingehauste Brückentenne. Über diese Brücke konnte man mit dem Ochsenfuhrwerk bis in die Obertenne, das obere Stockwerk des Stadels, fahren. Dort richtete man Heu und Stroh von oben her auf anstatt mühsam von unten her. Rüben und Kartoffeln konnten von der Tenne über Rutschen direkt in den ebenerdigen Keller verfrachtet werden. Von dort war es nur ein kurzer Weg in die Küche. Von der Tenne gelangte man bei Bedarf auch direkt ins Obergeschoss des Wohnhauses. Auf dem gesamten Tanzerhof herrschte eine Ökonomie der kurzen Wege. Das zeigt sich auch im Innenhof: Mit wenigen Schritten kommt man in die hofeigene Werkstatt, vom Stadel in den Stall, vom Stall zum Misthaufen, oder von der Küche aus über den Hof zum Backofen, in die Waschküche und in den Gemüsegarten. Als 1913 der Bauernsohn Josef Tanzer den Betrieb übernahm, brachte er viel technische Erfahrung ein. Dazu einen Kraftfahrzeugführerschein aus seiner Militärzeit. Josef Tanzer schaffte nach und nach arbeitserleichternde Geräte an. 1955 kaufte er einen HANOMAG-Traktor. Ein Schlepper ähnlichen Baujahrs kann in der damals gebauten Garage besichtigt werden. Für gewöhnlich folgten auf die Anschaffung eines Traktors weitere Fortschritte in der Hofbewirtschaftung – wie die Spezialisierung auf Milchwirtschaft, eine Stallerweiterung und der Einbau von Melktechnik. Zu diesen Schritten kam es am Tanzerhof leider nicht mehr, nachdem Josef Tanzer 1970 gestorben war und es keinen Betriebsnachfolger gab.