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Einfache Sprache
Dieser Kleinbauernhof war einmal ein Hafner-Anwesen in der traditionellen Keramikregion Kröning. „Hafner“ ist die niederbayerische Bezeichnung für Töpfer. Beide Berufsbezeichnungen kommen vom Namen der Gefäße, die aus Ton hergestellt werden: dem Topf bzw. dem Hafen oder Haferl. Die ältesten Bauteile dieses Hafnerhofs stammen von 1565. Später erhielt der Einfirsthof den Namen Görgenmannsölde. Bereits 1864 wurde auf dem Hof die Hafnerei aufgegeben. Seine letzte Bewohnerin Therese Winterstetter wurde 50 Jahre später, 1904 geboren. Sie wusste aber noch manches von der Hafnerei. Neben eigenem Kröninger Geschirr hatte sie auch noch Hafner-Geräte und -Werkzeug im Haus. Die frühere Hafnerwerkstatt war ihre Wohnstube. Nachdem Frau Winterstetter 1996 gestorben war, erwarb 1999 das Freilichtmuseum den denkmalgeschützten Hof. Beim Abbau von 2003 bis 2005 in Kröning fand man unter dem Haus Gruben mit Bruchware und tausenden Scherben aus den letzten Jahrhunderten. Das gesamte Material wurde mühevoll geborgen, manches Gefäß wieder zusammengesetzt. Ein Teil davon ist in der ehemaligen Scheune ausgestellt, die übrigen Funde sind am ehemaligen Heuboden in einem Depot aufbewahrt. Das Museum hat die Görgenmannsölde zur Zeit der Hafnerei nachempfunden. Dazu wurde in der ehemaligen Werkstatt ein funktionsfähiger Brennofen aus der Zeit um 1850 rekonstruiert.