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Einfache Sprache
Wie alle Gebäude im Freilichtmuseum Finsterau hat auch das Wirtshaus „die Ehrn“ seine angestammte Geschichte. „Ehrn“ hieß der Einödhof im Landkreis Regen, wo das Bauernhaus mit dem integrierten Wirtshaus ehemals stand. Das Wirtshaus Ehrn war ein beliebtes Lokal für Stammkunden aus der Umgebung, für Musikkapellen oder für Familienfeiern. Weil es direkt an einer Straßengabelung lag, kehrten hier auch Fuhrleute, Reisende und in jüngerer Zeit auch Ausflügler ein. Das Straßenwirtshaus durfte sich Taverne nennen, weil es verschiedene Rechte und Pflichten erfüllte. So bot es neben dem Ausschank auch Übernachtung und Unterstellplätze für Pferde und Fuhrwerke an. Der Wirt war verpflichtet, jedem zahlungsfähigen Kunden Wein und Bier auszuschenken. Er durfte auch Brot und Fleisch an Laufkundschaft verkaufen. Das Wirtshaus zur Ehrn war sogar eine „radizierte Tafernwirtschaft“. „Radiziert“ bedeutet so viel wie verwurzelt. Es klingt also nicht zufällig wie „Radi“. Denn auch im „Rettich“ steckt das Wort „Wurzel“. Bei einer radizierten Taferne war das Recht auf Bewirtung fest mit dem Grundstück verbunden. Es konnte nur dann auf einen neuen Wirt übergehen, wenn der das gesamte Anwesen erwarb. Auch heute dient die „Ehrn“ den Museumsbesuchenden noch als Gaststätte. Auch der Tanzboden wird noch regelmäßig für Hochzeitsgesellschaften oder Veranstaltungen genutzt. 2008 neu hinzugekommen ist die im Obergeschoss befindliche „Außergefilder Stube“, in der die Ausstellung „Erinnern an Außergefild“ Informationen zu diesem böhmischen Ort und den dort vertriebenen deutsch-böhmischen Bewohnern bietet.