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Je nach Region wird Karl Theodor (1724-1799) sehr unterschiedlich bewertet. Geboren in den österreichischen Niederlanden als unbedeutender Prinz einer Wittelsbacher Nebenlinie wurde er durch zahlreiche Todesfälle niederrheinischer Herzog, dann Kurfürst von der Pfalz und schließlich auch noch Kurfürst von Bayern. Dazu kam es, weil dem Pfälzer Kurfürst Karl III. Philipp (1661-1742) bereits früh bewusst war, dass mit ihm die Hauptlinie der Herzöge von Pfalz-Neuburg aussterben wird. Darum bestimmte er Karl Theodor zu seinem Nachfolger und holte ihn 1734 nach Mannheim. Zeitgleich plante er Karl Theodors Hochzeit mit seiner Enkelin. Schloss Neuburg sollte dem Paar nach der Vermählung 1742 als Wohnort dienen. Doch da Karl Philipp im selben Jahr starb, übernahm Karl Theodor sofort die Regentschaft in Mannheim. Als 1777 der bayerische Kurfürst kinderlos verstarb, musste Karl Theodor gemäß der Wittelsbacher Hausverträge in München Residenz nehmen. War er in der Kurpfalz wegen seiner Freizügigkeit sehr beliebt, hassten ihn die Bayern nahezu wegen seiner Pläne, Bayern gegen die österreichischen Niederlande einzutauschen. Ziel seiner Außenpolitik war die Erhaltung des Friedens und die Vermeidung militärischer Konflikte. Seine Kunstschätze und das Pfälzer Erbe bereichern heute Residenzen und Schlösser in Bayern sowie Museen und Sammlungen, die Karl Theodor für sein Volk öffnen ließ.