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Einfache Sprache
Zum Ursula-Ornat gehört das Ensemble der Antependien für den Hauptaltar und die beiden Seitenaltäre der Ursulinenkirche. In einem querovalen Medaillon kniet Ursula auf den Stufen eines Palasts. Wie eine Fürstin ist sie mit kostbaren Stoffen und einem roten, mit Hermelin gefütterten Mantel bekleidet. Ein Diadem aus echten Perlen und Edelsteinen umfängt ihr Haar. Ursula sollte der Legende nach trotz ihres Jungfräulichkeitsgelübdes einen heidnischen Königssohn heiraten. Deshalb floh sie nach Köln, wo sie den Märtyrertod durch Pfeile der Hunnen erlitt, die die Stadt belagerten. Die linke Hand mit der Märtyrerpalme hält Ursula vor der Brust, in der ausgestreckten Rechten hält sie ein Bündel Pfeile zum Zeichen ihres Martyriums. Das goldene Strahlenbündel, das aus den Wolken auf Ursula niederscheint, deutet die göttliche Gnade an. Die Flusslandschaft im Hintergrund zeigt die am Rhein gelegene Stadt Köln. Das kleinere Antependium für den rechten Seitenaltar zeigt einen prächtig gekleideten Bischof, den bedeutenden Kirchenvater Augustinus, der der Legende nach am Strand über das Geheimnis der Dreifaltigkeit nachdachte und dabei auf ein Kind traf, das versuchte, das Meer mit einem Löffel in eine Grube zu füllen. Augustinus wollte das Kind von der Unmöglichkeit des Vorhabens überzeugen, doch das Kind erklärte, dass es ebenso unmöglich sei, das unendliche Geheimnis der Dreifaltigkeit mit menschlichem Geist zu ergründen. Das Antependium für den linken Seitenaltar zeigt die Flucht nach Ägypten. Nach der Geburt von Jesus forderte ein Engel Josef wegen drohender Gefahr auf, mit Maria und dem Kind zu fliehen. Mit diesem Bild wird das Augustinus-Antependium auf eine ungewöhnliche Weise erweitert. Die Palme und das Wasser sind in barocken Bildern der Flucht nach Ägypten als Hinweise auf den Paradiesbaum und die Ströme des Paradieses zu verstehen, da sich durch die Menschwerdung Christi das Paradies für die Menschheit erneut öffnet. Die drei Personen der heiligen Familie sind ein Hinweis auf die irdische Dreifaltigkeit und damit ein Spiegel der göttlichen Dreifaltigkeit, also von Gottvater, dem Sohn und dem Heiligen Geist – wie sie im Altarbild in der Ursulinenkirche zu sehen sind.