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Einfache Sprache
Das Portrait zeigt Elisabeth Auguste bereits reif an Jahren in blauer Seide mit feinsten Spitzen, Hubertusorden und Hermelinumhang. Ihre Linke ruht auf der Kurfürstenkrone. Zu dieser Zeit lebte Elisabeth Auguste schon längst von ihrem Mann getrennt in Oggersheim. Doch zurück zu den Anfängen: auch ihre Eltern verstarben früh, sodass sie am Hof ihres Großvaters Kurfürst Karl Philipp aufwuchs. In einer glanzvollen Doppelhochzeit wurde sie 1742 mit Karl Theodor vermählt. Zeitgleich heiratete ihre jüngere Schwester Herzog Clemens Franz de Paula von Bayern (1722-1770) – Enkel Kurfürst Max Emanuels (1662-1726) und damit möglicher Erbe der bayerischen Kurwürde. Karl Theodor und seine Gattin verband wenig, nur Jagd, Musik und Theater scheinen beide gleich geliebt zu haben. Der eher schüchterne Karl Theodor war für seine selbstbewusste Gattin wenig attraktiv. Während er sich der Aufklärung öffnete, blieb die charakterlich dominante Elisabeth Auguste den alten Traditionen und Formen des Hoflebens verhaftet – ein Lebensstil, den sie aber zu genießen wusste: Bereits vor der Hochzeit hatte sie mit ihrem Schwager Clemens Franz eine Affäre, die durch über 100 sehnsuchtsvolle Liebesbriefe bezeug ist und erst 1770 mit seinem Tod endete. Es gab kürzere Liaisons, wie die mit dem Gatten ihrer jüngsten Schwester, bevor sie 1754 dann einen Mann kennen und lieben lernte, der sie bis zu ihrem Tod begleitete: Carl Ludwig Freiherr von Rodenhausen (1719-1804). Karl Theodor reagierte auf diese leichtlebige, teils unverhohlen frivole Lebensart seiner Gattin zunächst mit erstaunlicher Geduld. Erst ab 1758 tat er es ihr gleich. Dennoch hielten die beiden an der Unauflöslichkeit ihrer vor Gott geschlossenen Ehe fest. Als 1761 der eigentlich schon nicht mehr erwartete, gemeinsame Sohn schon einen Tag nach der Geburt starb, erholte sich Elisabeth Auguste nur langsam und die Ärzte rieten von einer weiteren Schwangerschaft der bereits 40jährigen ab. Als Karl Theodor seiner Gattin Schloss Oggersheim schenkte, war der Bruch zwischen den Eheleuten endgültig offensichtlich. In der Pfalz führte sie fortan ein verborgenes Leben, da Karl Theodor ihr öffentliche Auftritte und Festivitäten untersagte. Sehr zum Verdruss ihres Gatten erholte sie sich 1786 von einer schweren Krankheit – er hatte schon auf eine neue Ehe und einen legitimen Sohn gehofft. Im Januar 1794 musste Elisabeth Auguste vor der Französischen Revolution überstürzt nach Weinheim fliehen, wo sie am 17. August nach kurzer schwerer Krankheit verstarb. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Heidelberger Karmeliterkirche. 1805 wurde ihr Sarg in die Münchner Michaelskirche überführt.