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Einfache Sprache
In diesem als „Inhaus“ bezeichneten Gebäude lebten ehemals Tagelöhner, die am Petzihof mitarbeiteten. In der kleinen und schlicht eingerichteten Stube fällt besonders auf, was heutige Besucher alter Bauernhäuser oft bemerken: recht niedrig waren die Räume gebaut. Das lag nicht etwa daran, dass die Menschen früher kleiner waren als heutzutage. Vielmehr hatte es Gründe der Sparsamkeit. Man sparte man mit den Baustoffen und damit an Baukosten. Und die niedrigen Räume waren leichter zu beheizen. Die erdgeschossige Stube war im Übrigen der einzige beheizbare Raum solcher Bauernhäuser. Hier in dieser Stube sorgte ein besonderer Ofen für Wärme. Urtümlich sieht der komplett gemauerte Ofenbau aus. Nur der gekachelte Aufsatz wirkt neuzeitlicher und verschönert das Gesamtbild. Im linken Ofensockel ist ein Kessel eingebaut, mit dem man Wasser erhitzte. Eine mittige Herdplatte auf Arbeitshöhe und die erhöhten Seitenteile geben dem Ofen eine Form, die zur Bezeichnung „Sesselofen“ führte. Dieser Sesselofen im Inhaus des Petzihofes wurde anhand alter Spuren an der Wand und am Boden nachkonstruiert – mitsamt seinem verwinkelten Innenleben aus Röhren und Zügen. Als Vorbild dienten noch erhaltene Sesselöfen, wie sie vom 18. bis ins 19. Jahrhundert im Bayerischen und Böhmerwald verbreitet waren.