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Einfache Sprache
Persönlichkeit und Lebensweg machen Ottheinrich (1502-1559) zu einer bis heute faszinierenden Figur der Geschichte, die schon allein durch ihre äußere, in zahllosen Porträts überlieferte Erscheinung zu beeindrucken vermag. Seine Jugend verbrachte Ottheinrich unbeschwert unter der Obhut seines Onkels und Vormunds, Pfalzgraf Friedrich, mit zahlreichen Reisen, deren Höhepunkt 1521 die abenteuerliche Pilgerfahrt nach Jerusalem war, bei der er zum Ritter vom Hl. Grab geschlagen wurde. Die erste lange und glückliche Regierungsperiode in Pfalz-Neuburg – von seiner Volljährigkeit 1522 bis zum Exil 1544 – kennzeichnen die Ehe mit Susanna von Bayern (1502-1543), die Ausgleich mit der bayerischen Verwandtschaft herstellte, die prächtige Hofhaltung in Neuburg mit dem Ausbau der Schlösser und bedeutendem Kunsterwerb, schließlich 1542 das öffentliche Bekenntnis zum lutherischen Glauben. Die Einführung der Reformation in Pfalz-Neuburg wendete das Blatt gegen ihn. Durch seine aufwändige Hofhaltung und die Schulden seines Bruders hoch belastet, musste Ottheinrich 1544 den Bankrott erklären, als sein katholischer Schwager einen Kredit zurückzog. Als abgesetzter Fürst lebte er im Exil in Heidelberg und Weinheim, bis er 1552 nach Neuburg zurückkehren konnte. Später Triumph war 1556 sein Einzug in Heidelberg als Kurfürst von der Pfalz. Von Krankheit und enormer Leibesfülle gezeichnet, wirkte Ottheinrich nur mehr drei, wenn auch sehr produktive Jahre. Heute noch erinnert an ihn der berühmte, in diesen Jahren errichtete Ottheinrichbau des Heidelberger Schlosses.