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Einfache Sprache
Zum Wirtshaus Ehrn gehörte ursprünglich ein solcher Tanzsaal, vor dem Sie hier stehen: ein aus Holz gebautes Salettl, in dem man zu Musik und Tanz zusammenkam. Das Freilichtmuseum hat dieses besonders stattliche und schmucke Salettl aus Passau geholt, wo es neben einem Gasthaus an der Ausfallstraße Richtung Österreich stand. Der quadratische, reich verzierte Holzständerbau war bereits in einem einsturzgefährdeten Zustand. Noch rechtzeitig konnte man ihn notsichern, bevor er 2010 in allen erhaltenen Bauteilen nach Finsterau übertragen wurde. Seit 2013 wird dem Salettl mit verschiedenen Veranstaltungen wieder Leben eingehaucht. Sein schwingender, gut tönender Holzboden bringt Volkstanzgruppen zum Schwärmen. Nicht mehr allzu oft findet man bei Ausflugsgaststätten solche Nebengebäude, die für die warme Jahreszeit gemacht waren. Ob kleine Lauben im Biergarten, offene Pavillons, geschlossene Salettl oder verglaste Trinkhallen – sie waren dazu da, gesellig beisammen zu sein. Ihre Hochzeit hatten solche Gebäude von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 1. Weltkriegs. Da gehörten sie fest zur bürgerlichen Freizeitkultur. Während der Weltkriege sind viele dieser Holzbauten verfallen. Verbliebene Tanzsäle wurden in der Nachkriegszeit oft abgerissen. Das Passauer Salettl war in den 1920er Jahren zu einer Werkstatt umgenutzt worden. Später stand es 30 Jahre leer, bevor es durch die Umsetzung ins Freilichtmuseum gerettet wurde.