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Einfache Sprache
Die Besiedelung des Bayerischen Waldes vollzog sich Schritt für Schritt vom Donautal hinauf bis in die Grenzlagen. Im frühen Mittelalter erschloss man die Höhenlagen von etwa 600 bis 800 Meter. Durch Rodungen wurden Felder und Wiesen geschaffen. Wenngleich die kurze Vegetationszeit und die mäßig ertragreichen Böden die Landbewirtschaftung erschwerten. Im 17. und 18. Jahrhundert drang die Landnahme bis in die Hochlagen des Bayerischen Waldes vor. Sie erfasste auch den Landstrich entlang des Reschbachs, über dessen Hochtal man von hier aus schauen kann. Hier wurde von 1698 bis 1704 eine Siedlung nach der anderen gegründet: die Orte Mauth, Vierhäuser, Zwölfhäuser, Hohenröhren, Heinrichsbrunn und schließlich Finsterau. Die vielen Lesesteinriegel – auch hier am Museumsgelände – sind Zeugen der ehemaligen Flurerschließung. Sie erfolgte in Form sogenannter Waldhufen. In den Höhenlagen von 800 bis 1000 Metern war nur eine Eigenversorgung am Existenzminimum möglich. Versuche, die Fruchtbarkeit der Böden zu erhöhen, zeigten nur mäßigen Erfolg. Beispielsweise findet man im Wald hinter dem Schanzerhäusl noch Anlagenreste einer ehemaligen Wiesenbewässerung. Nur Teile der Mauth-Finsterauer-Rodungsbucht sind bis heute offen gehalten worden. Viele Fluren sind brachgefallen und teils wieder bewaldet. Die Landwirtschaft hat hier nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Die Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald und der wachsende Tourismus waren Voraussetzungen dafür, dass sich die Ortschaften von Mauth bis hinauf nach Finsterau gut gehalten haben. Nicht zuletzt lockt auch das Freilichtmuseum das ganze Jahr über Menschen in diese Bayerwald-Region.