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Einfache Sprache
Unscheinbar wirkt diese kleine Kapelle. Der bescheidene Holzbau ist verbrettert wie eine Scheune. Nur ein einfaches Holzkreuz über dem Eingang markiert ihn als Andachtsstätte. Bereits 1822 wurde diese Kapelle in einem kleinen Dorf unweit von Passau errichtet. Tritt man durch die schlichte Tür mit dem Lattengitter, wird man von der farbenfrohen Gestaltung des Innenraums überrascht. Die Wände strahlen in einem warmem Gelb. Darüber schwebt an der kobaldblau gefassten Decke ein Sternenhimmel. Blumenornamente verzieren die Wandbretter und die Querbalken. Diese Malereien stammen von einer Renovierung der Kapelle im Jahr 1875 und wurden 1934 aufgefrischt. Ursprünglich hing über dem kleinen Altar ein Arma-Christi-Kreuz. Solche von Passionswerkzeugen und Symbolen umgebene Kruzifixe gab es im Bayerischen Wald in vielen Kapellen und an Außenwänden landwirtschaftlicher Gebäude. Nach der Umsetzung ins Freillichtmuseum erhielt die Kapelle ein Hauskreuz aus der Nähe von Waldkirchen. Die Schwolgauer Kapelle wurde einst für die Dorfgemeinschaft errichtet. Vielerorts haben sich Bauern eine eigene Kapelle auf ihrer Hofstelle gebaut. Oder einen Kapellenbau für die Gemeinschaft gestiftet. In den Dorf- und Hofkapellen kommt man traditionell zu Andachten, zum Rosenkranzbeten oder an Gedenktagen zusammen. Häufig waren diese privaten Kleinkirchen auch Segensstationen bei Prozessionen. Hier im Freilichtmuseum ist die Kapelle auch heute noch ein beliebter Ort der Stille und inneren Einkehr.