Sprache
Einfache Sprache
Ein Bauer namens Veit Ameis steht im Mittelpunkt des gleichnamigen Romans von Paul Friedl. Darin schildert der Heimatdichter das harte Leben eines Bauern im Bayerischen Wald. In kraftvollen Bildern erzählt er von dessen qualvoller Kindheit, seinem herausfordernden Bauernalltag bis hin zu einem versöhnlichen Dasein mit Frau und Kind. Für diesen Roman wurde Paul Friedl mit dem Preis der Schiller-Stiftung ausgezeichnet. In der folgenden Passage schildert Friedl ein heftiges Unwetter und dessen zerstörerischen Folgen: „Rascher war die Folge von Blitz und Donner, die grell und hallend über den Kobelwald rollten. Dort machte sich ein feines Singen und Pfeifen auf, sausten die Baumwipfel, wuchs zu einem schrillen Lärm, kam näher, und dann fegte der Sturm über die Hänge herunter und prallte gegen das Haus, daß der Bauer vermeinte, es würde angehoben wie eine Pappschachtel. Die Wolken, aus denen Blitz um Blitz schoß, hingen fast auf dem Hausdach. So ein Gewitter hatte es noch nie gegeben. Draußen stand das Korn. Und der Sturm wird die Halme in den Boden schlagen. Der kalte Schreck erfaßte ihn. Im Blitzschein sah er, wie ein großer Ast des alten Kirschbaumes davonflog, als wäre es eine Feder, und ein Feuerstrahl ritt auf dem Stadeldach und zerknallte. Der Ameis wurde bleich und horchte angespannt. Hatte es nun eingeschlagen? Heilige Maria! War alles Holz! Der Stadel und das alte Haus! Ein Funke könnte in einer Stunde alles vernichten, was die Ameisbauern erarbeitet hatten! Mit der Versicherung war nicht mehr zu rechnen, sie war zu gering. Grellweiße, rote, grüne Streifen liefen über den Himmel, sprangen von Wolke zu Wolke, schienen aus der Erde unendlich hoch aufzufahren. Der Veitl bekreuzigte sich und schloß die Augen, um dieses schreckliche Himmelsfeuer nicht mehr zu sehen.“