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Als Ottheinrich 1559 als Kurfürst von der Pfalz in Heidelberg ohne Erben starb, hatte er die Nachfolge in seinem Fürstentum längst geregelt. Seinem weitläufigen Vetter, dem Wittelsbacher Herzog Wolfgang von Zweibrücken (1526-1569), der ihn zeitlebens finanziell unterstützte, hatte er in zwei Schenkungsurkunden 1553 und 1555 das Fürstentum Pfalz-Neuburg übereignet. Seine Bedingung war, dass die Kontinuität des lutherischen Glaubens als Landesreligion gewahrt blieb. Wolfgang, der als eine führende Persönlichkeit des deutschen Protestantismus gilt, gewährleistete dies. Seit 1543 Herzog von Zweibrücken und seit 1551 Statthalter des Pfälzer Kurfürsten in der Oberpfalz mit Hofhaltung in Amberg, kam Wolfgang bereits 1557 als Administrator nach Neuburg. Im Sinne Ottheinrichs führte er die Baumaßnahmen am Westflügel, dem repräsentativen Gäste- und Festtrakt des Neuburger Schlosses, zu Ende. Die in Sgraffito-Technik mit Szenen aus der Josephsgeschichte im Geist der Reformation dekorierte Hoffassade schuf sein Hofmaler Hans Schroer 1560-62 wohl noch nach einer Idee Ottheinrichs. Wolfgang vollendete das Jagdschloss Grünau und sorgte auch dafür, dass zahlreiche Kunstschätze Ottheinrichs, darunter kostbare Wirkteppiche, wieder aus Heidelberg nach Neuburg zurückkehrten. Mit seiner Gemahlin Anna von Hessen (1529-1591) hatte er fünf Söhne, die Begründer verschiedener Linien des Hauses Wittelsbach wurden: Pfalz-Neuburg, Pfalz-Zweibrücken, Pfalz-Sulzbach, Parkstein und Birkenfeld. Aus letzterer ging 1806 das bayerische Königshaus hervor.