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Einfache Sprache
Nach dem Tod seines Vaters Wolfgang regierte Philipp Ludwig (1547-1614) seit 1569 in Pfalz-Neuburg. In einer prunkvollen Hochzeit im Schloss vermählte er sich 1574 mit Anna (1552-1632), der Tochter des Herzogs von Jülich, Kleve und Berg – eine Verbindung, die bedeutenden Ländergewinn durch die Herzogtümer am Niederrhein in Aussicht stellte. Das Pfalzgrafenpaar, das in den monumentalen Kalksteinfiguren im Schlosshof repräsentiert ist, sorgte für die Kontinuität des Protestantismus im Fürstentum Pfalz-Neuburg. Es kam einem Paukenschlag gleich, als Erbprinz Wolfgang Wilhelm (1578-1653) sich noch zu Lebzeiten seines Vaters öffentlich zum katholischen Glauben bekannte. Seine Vermählung 1613 mit Magdalena (1587-1628), der Schwester Herzog Maximilians I. von Bayern, war Anlass für den Konfessionswechsel. Beides sicherte ihm die Unterstützung der katholischen Liga im Streit um das Erbe am Niederrhein: 1614 erhielt Wolfgang Wilhelm die Herzogtümer Jülich und Berg. Für Pfalz-Neuburg bedeutete dieser Ländergewinn eine Rangerhöhung und ein stärkeres politisches Gewicht.Seit 1615 betrieb Wolfgang Wilhelm in Neuburg die Rekatholisierung des Landes, führte den Jesuitenorden ein und etablierte die katholische Konfession als alleinige Landesreligion. Die von seinem Vater protestantisch begonnene Hofkirche ließ er als katholische Kirche vollenden und stattete sie zur Propaganda des rechten Glaubens mit Altargemälden von Peter Paul Rubens aus. Seine Mutter Anna hingegen begründete auf ihrem Witwensitz in Schloss Höchstädt eine kleine protestantische Enklave.