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Einfache Sprache
Die zweijochige Grottenhalle mit Kieselpflaster ist dem Nordturm vorgelagert. Über sie gibt es bereits eine Verbindung zur östlichen Schlossterrasse. Die Wände sind auch hier mit Tuffstein verkleidet. Hermenpilaster mit antikisierenden Imperatorenbüsten aus Stuck und Nischen, in denen ursprünglich Figuren aufgestellt waren, gliedern die Wände. Die westliche Wandnische nimmt eine Replik der Neptunsfigur auf, deren Original im Zugangsraum zum Höfchen ausgestellt ist. Die Fassung der geschnitzten Bildwerke sollte – ebenso wie bei den Imperatorenbüsten – Bronzeskulpturen vortäuschen. Aus dem Delphin zu Neptuns Füßen ergoss sich Wasser in einen Wandbrunnen. Auch in den Raumecken waren womöglich Wandbrunnen, in der Raummitte befand sich ursprünglich ein rechteckiges Brunnenbassin. Dies gehörte zu den Wasserspielen, die barocke Festgäste unvermutet aus Figuren, Ornamenten und Bodenöffnungen mit Wasser bespritzten. In der westlichen Lünette verweist die Muschelinschrift „H P W P 1667“ zusammen mit dem farbig gefassten Wappen, das vom Herzogshut bekrönt ist, auf den Bauherrn Herzog Philipp Wilhelm, Pfalzgraf, und das Baujahr. Inschrift, Jahreszahl und Monogramme unter dem Kurhut in den übrigen Lünetten erinnern an eine Renovierung der Grottenanlage 1747 unter Kurfürst Karl Theodor im Vorfeld seines ersten längeren Besuchs bei seiner Stiefmutter, die hier im Schloss ihren Witwensitz hatte. CPT steht für Carl Philipp Theodor, EMAA für seine Gattin Elisabeth Maria Aloysia Auguste. Am Gewölbe ist mittels Muscheln eine Scheinarchitektur mit Kuppeln dargestellt. Auch aus den abgehängten Schlusssteinen dürfte ursprünglich Wasser getropft sein. Wandöffnungen führen in die benachbarten Grottenräume.