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Einfache Sprache
Wald, wohin das Auge schaut – da wundert es nicht, dass man diesem ganzen Gebirge schlichtweg den Namen Wald gegeben hat: „Bayerischer Wald“ und „Böhmerwald“ nennt man die Mittelgebirgslandschaft dies- und jenseits der Landesgrenze zu Tschechien. Im Mittelalter beschränkte sich die menschliche Nutzung der Wälder im Bayerischen und Böhmerwald auf das Umfeld erster Siedlungen. Mit der Gründung von Glashütten wuchs der Holzbedarf enorm. Damals war auch die Hochzeit der Köhlerei. Denn die Holzkohle, die man aus Kohlenmeilern gewann, hatte einen viel höheren Brennwert als blankes Holz. Um 1800 begann man, in den Hochlagen geschlagenes Holz auf dem Wasserweg auch in tiefere Lagen zu transportieren. Mit der Holztrift kamen Unmengen an Baumstämmen über das Fluss-System der Ilz bis an die Donau nach Passau. Auch am Reschbach – auf dessen Talflanken man von hier aus schaut – findet man Zeugnisse jener Trift. So die Klausen: kleine Stauanlagen. Zur Zeit der Schneeschmelze schwoll der Triftbach hinter den Klausen an und beim Öffnen des Wehrs rauschten die angesammelten Stämme mit dem Schwall bergab. Die Triftbäche waren teils begradigt und sohlbefestigt, damit das Holz leichter abtrieb. Auch solche Befestigungen sind heute noch am Reschbach zu sehen. Mit dem Bau einer Eisenbahn ab 1910 endete das Zeitalter der Trift. Und schon 50 Jahre später lösten Straßen auch jenen Transportweg ab.