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Einfache Sprache
Das Raubtierhaus! Im Raubtierhaus sind gleich zwei Arten von Großkatzen nebeneinander untergebracht, die sich in der Natur natürlich nie begegnen würden. Denn während unsere beiden Tiger geographisch aus Asien stammen, sind die Löwen auf der anderen Seite des Gebäudes aus Afrika. Tiger lebten einst in acht Unterarten von den Nadelwäldern Ost-Russlands bis zu den Mangroven Südostasiens. Von diesem riesigen Verbreitungsgebiet sind nur noch wenige Flecken übriggeblieben. Unsere beiden Tiger gehören zu den Sibirischen Tigern, manchmal auch Amur-Tiger genannt, welche gleichzeitig die größte aller Unterarten ist. Typisch für alle Tiger haben auch sie eine rotbraune Grundfarbe mit weißen Abzeichen und einer den ganzen Körper überziehenden, schwarzen Vertikalstreifung. In der Anordnung und Ausprägung gibt es hier durchaus große Unterschiede zwischen den Unterarten, aber auch jeder einzelne Tiger hat dabei eine ganz individuelle, charakteristische Fellzeichnung, anhand welcher er – ähnlich wie bei einem Fingerabdruck – einwandfrei identifiziert werden kann. Die Fellzeichnung dient dabei aber nicht dem Köperschmuck, sondern hat eine sehr wichtige Aufgabe: Die Tigerstreifen dienen auf der Jagd der Tarnung. Im hohen Gras, Gebüsch oder Unterholz versteckt, wird so der Tiger für seine Beutetiere nur sehr schwer erkennbar und hat somit eine größere Chance auf Jagderfolg. Aus demselben Grund sind unsere Löwen eher unscheinbar einfarbig in Sandtönen gefärbt – eine perfekte Anpassung an die Farbe der afrikanischen Savannengräser. Besonders die weiblichen Löwen verschwinden somit optisch fast vor dem natürlichen Hintergrund, was die Jagd vor allem in den nahrungsknappen Trockenzeiten deutlich vereinfacht. Dabei sind Löwen die einzigen Katzen, die gesellig leben und gemeinsam jagen und ihre Jungen aufziehen. Daher herrscht hier auch eine relative deutliche Aufgabenteilung: Die Weibchen sind für die Jagd zuständig, die Männchen für den Schutz des Rudels. Aus diesem Grund sehen Die Löwenkater auch etwas anders aus, als die Löwinnen – sie besitzen eine buschige und oft imposante Mähne, die ihnen den Titel „König der Tiere“ eingebracht hat. Diese ist allerdings ebenso wenig wie die Tigerstreifen eine reine Dekoration. Vielmehr hat sie eine handfeste Funktion: Die dicke Mähne schützt die Löwenkater bei den teils heftigen Rivalenkämpfen zur Verteidigung des Revieres und Ihres Rudels vor Verletzungen, insbesondere im empfindlichen Kopf- und Halsbereich. Direkt gegenüber des Raubtierhauses wohnen unsere Luchse. Diese sind zwar auch „Raubtiere“ und „Katzen“, zählen aber trotz ihrer nicht gerade zierlichen Größe zu den „Kleinkatzen“ Wussten Sie, dass neben vielen anderen Merkmalen einer der wichtigsten Unterschiede der Lautäußerung ist? Großkatzen und Kleinkatzen haben nämlich einen anatomisch unterschiedlichen Kehlkopf: Während ein Luchs wie unsere Hauskatzen schnurren und maunzen, aber nicht sonderlich laut brüllen kann, können Tiger und Löwe kilometerweit hörbar zur Reviermarkierung brüllen. Zum Schnurren wird man sie aber nie bekommen…