Sprache
Einfache Sprache
Der Zierrat an den Gebäuden am Kochhof ist Zeichen von Stolz und Selbstbewusstsein. Der Rottaler Bauer empfand sich im 19. Jahrhundert mehr und mehr als Unternehmer, der eine „Ökonomie“ betrieb. Der Bauer war freilich auch Oberhaupt auf dem Hof und gab den Ton an. Die Bauersfrau nahm die zentrale Rolle für die Versorgung mit Essen und Kleidung ein. In der Stube und der darüberliegenden Schlafkammer der Bauers-Eheleute zeigte sich, wie wohlhabend ein Bauer war. Die weiteren Kammern im Obergeschoss gehörten den Kindern und Dienstboten. Die vielen Betten zeigen, wie viele Menschen hier einmal gemeinsam gelebt haben. Waren viele Kinder da, musste den Dienstleuten ein Bett auf der Diele genügen. Während der arbeitsintensiven Erntezeit durften Tagelöhner mit in der Stube essen. Dazu wurde der Tisch aus dem Flur in die Stube gestellt. Gingen die Bauern ins Altenteil – so nannte man es, wenn sie den Hof übergaben und quasi in Rente gingen – stand ihnen eine eigene Altenkammer oder eine Wohnung in einem Austragshaus zu. Am ursprünglichen Kochhof wurde der nicht mehr gebrauchte Roßstall zu einer Austragswohnung umgebaut.