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Die Chileflamingos gehören zu den farbenprächtigsten Bewohnern des Tiergartens Straubing. Ihre zartrosa bis kräftig pinke Gefiederfarbe erhalten sie – wie alle Flamingoarten – durch ihre Nahrung. In freier Wildbahn fressen sie kleine Krebse und Algen, die reich an sogenannten Karotinoiden sind. Diese Farbstoffe werden im Körper eingelagert und färben nach und nach die Federn. Da im Zoo keine großen Mengen dieser Krebse verfüttert werden können, erhalten die Flamingos ein speziell an ihre Ernährungsbedürfnisse angepasstes Futter, das denselben Effekt hat. Flamingoküken sind übrigens zunächst grau gefärbt – denn sie werden von Ihren Eltern mit einer nahrhaften „Schlundmilch“ gefüttert, einem Sekret spezieller Drüsen im Hals der Vögel. Erst wenn die Jungvögel erwachsen werden und sich ebenfalls von Krebstieren ernähren, werden die Farbstoffe nach und nach in den Federn eingelagert und die Flamingos bekommen ihre typische Gefiederfarbe. Chileflamingos leben in Südamerika und kommen in den Anden bis in Höhen von 4.500 Metern vor. Die Bedingungen in diesen Hochlagen sind extrem: starke Sonneneinstrahlung, große Temperaturunterschiede und salzhaltige Seen, in denen kaum andere Tiere überleben können. Im Winter ziehen viele Chileflamingos aus den Hochebenen an die Pazifikküste, wo sie in milderen Klimazonen überwintern. Trotzdem sind diese Vögel aus ihrer Heimat durchaus starke Winter gewöhnt, weshalb unsere Flamingos im Tiergarten auch im Winter regelmäßig im Schnee zu sehen sind. Flamingos sind sehr soziale Vögel und leben in großen Kolonien, die oft aus mehreren tausend Tieren bestehen. Diese Gruppen bieten Schutz vor Feinden und erleichtern die Nahrungssuche. Auch das Brutverhalten ist bemerkenswert: Flamingos bauen kleine kegelförmige Nester aus Schlamm, auf denen sie ihr einzelnes Ei ablegen. Die Küken schließen sich schon kurz nach dem Schlüpfen zu „Kindergärten“ zusammen, während die Eltern abwechselnd nach Nahrung suchen. Der Chileflamingo ist außerdem eine sogenannte Flaggschiffart einer aktuellen Kampagne des Europäischen Zooverbandes unter dem Titel „Wetlands for Life“. Diese Kampagne macht auf die weltweite Bedeutung von Feuchtgebieten aufmerksam – Lebensräume, die für Flamingos unverzichtbar sind. Viele dieser Gebiete sind bedroht durch Trockenlegung, Verschmutzung oder Klimawandel. Indem Zoos wie der Tiergarten Straubing Chileflamingos halten und über ihre Lebensweise informieren, tragen sie dazu bei, das Bewusstsein für den Schutz dieser empfindlichen Ökosysteme zu stärken.
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