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Auf dieser Anlage leben gleich zwei Tierarten gemeinsam, die sich auch in der Natur einen Lebensraum am Gewässer teilen: Fischotter und Waschbären. Fischotter gehören zu den Marderartigen und leben teilweise im Wasser. Weltweit gibt es 15 verschiedene Otterarten. Unser heimischer Fischotter, wissenschaftlich Lutra lutra genannt, ist in vielen Teilen Europas verbreitet, kommt aber auch in Asien und Nordafrika vor. Er bewohnt vor allem naturnahe Flusslandschaften und ist perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Fischotter können bis zu acht Minuten tauchen, bevor sie wieder Luft holen müssen. Ihr Fell ist extrem dicht und wasserabweisend. Auf einem Quadratzentimeter Haut wachsen etwa 50 000 Haare. Zum Vergleich: Beim Menschen sind es nur etwa 150 bis 200. Das feine Haarkleid der Otter ist dabei über der Haut so dicht, dass es einen nahezu wasserdichten Schutzanzug bildet, der sie warm und trocken hält, selbst wenn die Oberfläche des Fells nass ist. Das Leben im Wasser ist sehr energieaufwendig. Ein Fischotter muss täglich etwa zehn Prozent seines Körpergewichts fressen. Bei einem Gewicht von bis zu zehn Kilogramm bedeutet das eine beachtliche Menge Fisch. Früher wurde der Fischotter stark bejagt, sowohl wegen seines Fells als auch als Nahrungskonkurrent. Dadurch war er vielerorts fast ausgestorben. Dank strenger Schutzmaßnahmen haben sich die Bestände erholt, und mit etwas Glück kann man heute auch an der Donau wieder wilde Fischotter beobachten. Mit etwas Glück entdeckt man auch die Mitbewohner unserer Fischotter: die Waschbären. Ursprünglich stammen sie aus Nord- und Mittelamerika, wurden jedoch eingeschleppt und leben inzwischen auch in Mitteleuropa, im Kaukasus und in Japan. Der wichtigste Sinn des Waschbären ist sein Tastsinn. Seine Vorderpfoten besitzen bewegliche Finger und empfindliche Tasthaare. Die dünne Hornhaut auf den Pfoten weicht im Wasser leicht auf, sodass der Waschbär selbst kleinste Strukturen ertasten kann. Jede Nahrung wird mit den Fingern untersucht und sortiert , zumal die Waschbären nicht sonderlich gut sehen können. Wenn Waschbären also in der Natur ihre natürliche Nahrung am Rand von Bächen und Seen im Wasser suchen, indem sie mit den Pfoten zwischen Steinen nach Insekten, Fischen, Amphibien oder Muscheln tasten, wirkt es auf den Menschen oft so, als würden sie ihre Nahrung waschen, was den Tieren ihren deutschen Namen eingebracht hat. Dabei sind Waschbären bei der Futtersuche nicht wählerisch und fressen fast alles, was sie finden können. Deshalb sind sie zunehmend auch in Städten unterwegs, wo Biotonnen, Mülleimer und Komposthaufen beliebte und reichhaltige Nahrungsquellen bieten und Gartenschuppen, Scheunen, Garagen, Dachböden oder Keller ein guter Wohnraumersatz für Baum- oder Felshöhlen im Wald sind. Trotzdem bekommt man die Waschbären nur selten zu Gesicht, denn wie Fischotter sind sie meist nachtaktiv und verschlafen den größten Teil des Tages. Ein genauer Blick lohnt sich also immer.
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