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Einfache Sprache
Das Trampeltier! Das Trampeltier wird oft auch als Kamel bezeichnet. Das ist so allerdings nicht ganz korrekt. Denn der Name „Kamel“ ist ein bisschen wie der Begriff „Hund“, denn die Familie der Kamele umfasst nämlich gleich eine ganze Gruppe von Tierarten. Zu diesen gehören eben durchaus auch die aus Asien und Persien stammenden Trampeltiere und die nahen verwandten Dromedare, welche auch als „Altweltkamele“ zusammengefasst werden. Aber darüber hinaus gibt es eben auch noch die sogenannten „Neuweltkamele“, welche erst nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus erstmals in Europa beschrieben wurden. Zu diesen zählen wieder zwei Arten: nämlich die deutlich kleineren und höckerlosen, südamerikanischen Guanakos und Vikunjas, welche eher in ihren domestizierten Haustierformen als Lamas und Alpakas bekannt sind. Unsere Trampeltiere sind dabei die größten Vertreter der Kamele und können eine Schulterhöhe von bis zu 2 Meter erreichen und bis zu 900Kg auf die Waage bringen. Typisch für das Trampeltier sind seine beiden Höcker aus, während sein naher Verwandter, das Dromedar, nur einen Höcker hat. In den Höckern befindet sich nicht, wie oft geglaubt, literweise Wasser, sondern ein Fettspeicher für Zeiten mit wenig Nahrungsverfügbarkeit. Der Irrglaube des Wasserspeichers geht auf eine andere Fähigkeit des Trampeltiers zurück und liegt an seiner Fähigkeit, tagelang gänzlich ohne Wasser auszukommen und dann innerhalb von Minuten bis zu 200 Liter Wasser trinken zu können. Dies ist aber lediglich eine Anpassung an ein Leben in Wüstenregionen, genau wie viele anderen Merkmale, die unsere Trampeltiere zu wahren Überlebenskünstlern machen. Aus diesem Grund wurden Kamele nachweislich bereits im letzten vorchristlichen Jahrtausend domestiziert und vorrangig als Last- und Zugtiere, daneben aber auch als Woll-, Milch- und Fleischlieferanten verwendet. In Zentralasien, in Kasachstan, der Mongolei und vielen Regionen Nord-Ost-Chinas ist das Trampeltier bis heute neben dem Yak, Schafen und Ziegen eines der wichtigsten Haustiere der nomadischen Hirtenvölker und in dieser Form noch relativ häufig anzutreffen. Das Wildkamel hingegen ist akut vom Aussterben bedroht und derzeit nur noch mit wenigen hundert Tieren in einigen Gebieten der chinesischen Taklamakan-Wüste und im mongolischen Teil der Wüste Gobi zu finden.