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Einfache Sprache
Das Trampeltier: Das Trampeltier wird im Alltag oft einfach „Kamel“ genannt. Ganz falsch ist das nicht – aber auch nicht ganz richtig. „Kamel“ ist nämlich ein Sammelbegriff, ähnlich wie „Hund“. Zur Familie der Kamele gehören mehrere Arten. Dazu zählen die aus Asien stammenden Trampeltiere - mit zwei Höckern - und ihre nahen Verwandten, die Dromedare – die nur einen Höcker haben und somit leicht zu unterscheiden sind. Beide zusammen nennt man die „Altweltkamele“. Daneben gibt es noch die „Neuweltkamele“. Diese wurden in Europa erst nach der Entdeckung Amerikas bekannt. Dazu gehören die deutlich kleineren, höckerlosen Guanakos und Vikunjas aus Südamerika – vielen Menschen besser bekannt in ihren Haustierformen: als Lamas und Alpakas. Unsere Trampeltiere sind die größten Vertreter der Kamele. Sie können bis zu zwei Meter Schulterhöhe erreichen und bis zu 900 Kilogramm schwer werden. Oft hört man, in den Höckern sei Wasser gespeichert. Das stimmt so nicht. In den Höckern befindet sich Fett, das dem Tier in Zeiten knapper Nahrung als Energiereserve dient. Der Mythos vom Wasserspeicher kommt daher, dass Trampeltiere extrem lange ohne Wasser auskommen können – und dann in kurzer Zeit bis zu 200 Liter trinken. Diese Fähigkeit ist eine beeindruckende Anpassung an das Leben in trockenen Wüstenregionen. Schon im letzten Jahrtausend vor Christus wurden Trampeltiere domestiziert. Sie dienten als Last- und Zugtiere, lieferten Wolle, Milch und Fleisch und waren für viele Kulturen unverzichtbare Begleiter. Bis heute sind sie in Zentralasien – etwa in Kasachstan, der Mongolei und Teilen Nordost-Chinas – wichtige Nutztiere der nomadischen Hirtenvölker. Während die domestizierten Trampeltiere noch relativ häufig sind, steht ihre Wildform kurz vor dem Aussterben. Nur wenige hundert Tiere leben heute noch in abgelegenen Gebieten der chinesischen Taklamakan-Wüste und im mongolischen Teil der Wüste Gobi.
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