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Einfache Sprache
In diesem Haus wurde 1902, als siebtes von zwölf Kindern, Paul Friedl geboren. Als ein vielbesuchtes Straßenwirtshaus stand es ehemals am Glashüttengut Pronfelden, am Ortsrand von Spiegelau. Paul Friedl verbrachte dort seine ersten drei Lebensjahre. Seit 2022 steht es hier im Freilichtmuseum unter dem Namen Paul Friedl-Haus – originalgetreu wiedererrichtet. Paul Friedl interessierte sich von jung an für Geschichten und Lieder seiner heimatlichen Umgebung. Sein Vater, ein Sägmeister, war ein leidenschaftlicher Sänger und Musikant. Auch Friedls Mutter sang gerne und schrieb überlieferte Lieder auf. Sohn Paul erbte offenbar die musikalische Ader und trat schon als Siebzehnjähriger als Volkssänger auf. Sein Studium an der Kunstakademie in München musste Paul Friedl wegen seiner Sehschwäche bald aufgeben. Stattdessen schrieb er Geschichten für Tageszeitungen, wurde Redakteur und freier Schriftsteller. Seit 1927 war er für den Rundfunk tätig, später trat er auch im Fernsehen auf. 1952 veröffentlichte Paul Friedl seinen ersten Roman. Über 30 weitere sollten bis in die 1980er Jahre folgen. Sie machten ihn zu einem bekannten Heimatdichter, dessen Romane bis heute verlegt werden. Friedl hat das Leben der Menschen im Bayerischen Wald anhand von einzelnen Schicksalen anschaulich beschrieben. In dramatischen Geschichten machte er Bauern, Kleinhäusler, Glasmacher und Holzarbeiter zu seinen Romanhelden. Oder auch Bahnwärter an der Waldbahn oder die Handweber im österreichischen Mühlviertel. Oft waren seine Hauptfiguren vom Leben benachteiligt. In dem Roman „Im Jahr des letzten Lichts“ trägt ein erblindender Künstler offensichtlich autobiografische Züge. Paul Friedl starb mit 87 Jahren, am 22. Januar 1989 – in seinem Wohnort Zwiesel. Dort hatte er den bekannten Volksmusikpreis „Zwiesler Fink“ ins Leben gerufen.