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Einfache Sprache
Auf dem dritten Portrait der Reihe ist nochmals Karl Theodor zu sehen, diesmal als junger Kurfürst in barocker Herrscherpose mit den Insignien seiner Macht: Hermelin besetzter Kurmantel, neben ihm der Kurhut, den Kommandostab in seiner Rechten, Kollane und Stern des Hubertusritterordens. Wenn der Maler auch – ehrlich gesagt – kein großer Meister im Bereich der Physiognomie und der Hände war, zeigt er umso größeres Können bei den Details, wie den zarten Spitzen um Hals und Handgelenke oder dem Funkeln der Edelsteine. In den rechteckigen Gliedern der Ordenskette und im Zentrum des Ordenskreuzes ist jeweils die Bekehrung des Ordensheiligen, des Hl. Hubertus, zu erkennen. Dieser bekehrte sich zum Glauben, als ihm an einem Karfreitag auf der Jagd das Kreuz Christi im Geweih eines prächtigen Hirsches erschien. Karl Theodor präsentiert sich also in seiner ganzen Machtfülle als Pfälzischer Kurfürst. Die drei Wandbehänge im Raum stammen aus dem Audienzzimmer Karl Theodors im Mannheimer Schloss und zeigen das Kurpfälzische Allianzwappen, das vom Kurhut bekrönt wird. An den beiden Schilden ist unten die Kette des Hubertusordens befestigt. Wappen und Rahmung werfen Schatten auf den hellgrünen Hintergrund, wobei sich die Lichtquelle bei allen Teppichen links oben befunden haben muss. Sie wurden von Peter Jesse und Stephan Boßmann zwischen 1763 und 1765 in der Kurpfälzischen Savonnerie-Manufaktur Heidelberg hergestellt. Bei dieser Technik des Teppichknüpfens werden in eine – wie beim Weben aufgespannte – Kette sogenannte türkische Knoten aus Wolle eingelegt. Die Knoten – teilweise mit zwei Farbschattierungen pro Knoten – umgreifen immer zwei Kettfäden, die in diesem Fall aus Baumwolle sind. In der nächsten Reihe werden die Knoten um jeweils einen Kettfaden versetzt gearbeitet, sodass sie schräg stehen. Auf 1 m2 sind es etwa eine Viertelmillion Knoten, die jeweils nach zwei Reihen durch einen indigofarbenen Leinenschuss gehalten werden, der vom Flor der Knoten vollständig überlagert wird. Die Hoftapezierer brauchten für 1 m2 wohl etwa einen Monat.