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Eine glanzvolle Epoche erlebte Neuburg unter Philipp Wilhelm (1615-1690), der 1653 die Regierung in Pfalz-Neuburg und in den niederrheinischen Herzogtümern Jülich und Berg antrat. 1685 wurde er – nach dem Aussterben der Linie Pfalz-Simmern – Kurfürst von der Pfalz. 126 Jahre nach Ottheinrichs Tod fiel damit die Pfälzer Kurwürde wieder an den Neuburger Zweig der Wittelsbacher. Seine erste Ehe mit Anna Katharina Konstanze (1619-1651), der Tochter des polnischen Königs, belegt den hohen Anspruch des Neuburger Fürsten, blieb jedoch ohne Nachkommen. 1653 vermählte sich Philipp Wilhelm mit Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt (1635-1709). Aus dieser Verbindung gingen 17 Kinder – neun Söhne und acht Töchter – hervor, von denen 13 das Erwachsenenalter erreichten. Mit den Ehen seiner Kinder spannte Philipp Wilhelm ein Netz politisch-dynastischer Beziehungen über ganz Europa. Drei seiner Söhne wurden Kurfürsten, drei Fürstbischöfe, zwei wählten eine militärische Laufbahn. Unter den Töchtern waren eine Kaiserin, zwei Königinnen, eine regierende Herzogin und eine Kronprinzessin. Wenn auch die Wohnorte der Familie zwischen den Residenzen in Neuburg und Düsseldorf wechselten, so galt dem Neuburger Schloss doch große Aufmerksamkeit. Philipp Wilhelm ließ 1664-68 den mächtigen barocken Osttrakt für die Wohn- und Staatsräume der fürstlichen Familie errichten und die Schlossgrotten anlegen. Fürstliche Besuche, die Geburten der Kinder und der Residenzaus-bau zeugen von einem Höhepunkt barocker Hofhaltung in der Neuburger Residenz.