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Einfache Sprache
In einer der Vitrinen werden bemalte Porzellane aus der kurpfälzischen Manufaktur Frankenthal gezeigt, wie drei Tassen aus einem Frühstücksservice mit chinoisen Szenen oder das Teegeschirr mit Putti. 1755 erhielt der Straßburger Paul Hannong (1700-1760) von Karl Theodor das Privileg zur Gründung einer Porzellanmanufaktur in Frankenthal, die zunächst als Familienbetrieb geführt wurde. Durch Erbstreitigkeiten musste die Manufaktur 1762 unter Wert an Kurfürst Karl Theodor verkauft werden. Mit den Wirren der Französischen Revolution war in den 1790er Jahren der Niedergang der Manufaktur besiegelt, die Produktion wurde 1797 eingestellt, das offizielle Ende der Manufaktur kam am 27. Mai 1800 durch ein Dekret von Karl Theodors Nachfolger. Von allen großen deutschen Manufakturen weist Frankenthal mit nur 44 Jahren zwar die geringste Lebensdauer auf, aber durch die Qualität der Geschirrmalerei, vor allem aber auch durch die figürlichen Stücke des Mannheimer Hofbildhauers Konrad Linck (1730-1793) und der Modellmeister Johann Wilhelm Lanz (1725-nach 1760), der die Gruppe musizierender Putti schuf, oder der Brüder Karl Gottlieb (nachweisbar 1767-1775) und Johann Friedrich Lück (1727-1797), der die Allegorie der Geschichte schuf, erwies sie sich unter Karl Theodor als eine der bedeutendsten Porzellanmanufakturen in Deutschland. Bereits mit der Verlegung des kurfürstlichen Hofes nach München waren aber zahlreiche Formen und die besten Arbeiter in die Nymphenburger Manufaktur abgezogen worden, wo noch Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Frankenthaler Vorbilder nachproduziert wurden. Diese Stücke sind mit der Marke „CT“ für Karl Theodor in Unterglasurblau und dem Nymphenburger Rautenschild versehen. Die Frankenthaler Objekte hier tragen teilweise die Marke „CT“ mit dem Kurhut.