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Einfache Sprache
Als Ornat wird die komplette Garnitur an Textilien bezeichnet, die zur Feier der Liturgie benötigt wird. Hier ist eine Dalmatik und eine Kasel des Wappen-Ornats zu sehen, der seinen Namen von dem gestickten Wappen der Kurfürstin-Witwe Elisabeth Amalie am unteren Ende es rückwärtigen Kaselstabs erhielt. Die Gliederung der Gewänder aus Silberlamé und rotgoldenem Seidenstoff geschieht durch goldene Borten. Es liegt nahe, dass die verwendeten Stoffe als Schenkung Elisabeth Amalies zu interpretieren sind, denn schriftliche Quellen belegen, dass zu ihren Geschenken an die Neuburger Ursulinen auch kostbare Kleider aus ihrem Besitz zählten, wie beispielsweise ein „mit Silber eingetragener Rock“. Solche weltlichen Gewänder wurden dann von den Klosterfrauen zu geistlichen Gewändern umgearbeitet, ein seinerzeit durchaus übliches Verfahren. Das Gewand mit Ärmeln ist die Dalmatik, von der es meist zwei gibt. Sie werden von den Diakonen getragen, die während des Gottesdienstes assistieren, die Schriftlesungen vortragen und Prozessionen begleiten. Die Kasel ist das Messgewand, das der Priester bei der Feier der hl. Messe über einer langen Albe aus weißem Leinen trägt. Im Barock hat die Kasel die Form eines knielangen, seitlich offenen Überwurfs. Zu Dalmatik und Kasel gehören jeweils eine Stola und ein Manipel. Diese unterschiedlich langen Bänder werden von Priestern und Diakonen über die Schultern gelegt beziehungsweise über dem linken Unterarm getragen. Der Manipel entwickelte sich aus einer Art Schweiß-, Hand- oder Mundtuch. Später wurde aus ihm ein Etikettetuch, mit dem der Römische Kaiser durch Fallenlassen das Zeichen für den Beginn der Zirkusspiele gab. Im kirchlichen Kontext ist er seit dem 11. Jahrhundert ein Rangabzeichen.