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Einfache Sprache
An dieser Station erfahren Sie etwas • über die Gestaltung der beiden Räume zum Thema „Menschen“ und • über die Sage mit den Deggendorfer Knödeln. In der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung „Wir sind Deggendorf“ tragen zwei Räume den Titel „Die Menschen“. Raumhohe Baukörper aus hell gebeizter Esche stehen jeweils für eine Deggendorfer Person aus dem 20. Jahrhundert. In blauer Farbigkeit schließen sich kleinere Vitrineneinheiten an. Sie ergänzen die stadtgeschichtliche Erzählung, die jeweils zur Person passt. Sie stehen vor einem Podest mit einer Bronzefigur. Diese Original-Figur dürfen Sie ertasten. Die Figur stellt eine Frau dar, die gerade einen Knödel werfen will. Es ist eine Verkleinerung der Brunnenfigur vom sogenannten Knödelbrunnen. Geschaffen wurde sie von der Deggendorfer Künstlerin Erika Einhellinger. Sie hatte die Idee, eine Szene aus der Deggendorfer Knödelsage darzustellen. Der Brunnen steht in der Deggendorfer Schlachthausgasse. Bei der Knödelwerferin handelt es sich also um eine Sagenfigur. Die Sage berichtet, dass durch einen beherzten Knödelwurf die Stadt Deggendorf einst von feindlichen, böhmischen Belagerern befreit wurde. Zur Erinnerung seien zwei steinerne Knödel am alten Rathaus aufgehängt worden. Die angeblich uralte Sage ist in Wahrheit erst um das Jahr 1900 entstanden. Die beiden Steinkugeln am Alten Rathaus sind sogenannte Schandkugeln. Sie haben zur Bestrafung lasterhafter Frauen gedient, die damit „an den Pranger gestellt wurden“. Sie wurden scherzhaft als Deggendorfer Knödel bezeichnet. Die Belagerer der Stadt wurden zu böhmischen Hussiten, die aber nie bis Deggendorf gekommen sind. Um 1900 gab es einen zunehmenden Nationalitätenkampf zwischen deutschen und tschechischen Böhmen. Die Entstehung der Sage spiegelt diese politische Situation wieder. Die Sage wurde immer wieder inhaltlich verändert. Heute ist die Sage in Deggendorf beliebt und keineswegs Böhmen-feindlich gemeint. Es überwiegen die kulinarischen Aspekte. Deggendorf präsentiert seine Knödel sowohl deftig als auch süß. Sie sind so köstlich, dass heute niemand mehr damit werfen würde. An der Station 19 erfahren Sie etwas zu einem traurigen Kapitel der Deggendorfer Stadtgeschichte: zu den sogenannten Stolpersteinen. Gehen Sie vom letzten Aufmerksamkeitsfeld aus links zum 2. Aufmerksamkeitsfeld.