Sprache
Einfache Sprache
Während die Gewänder des Ursula-Ornats nur sparsamen Bildschmuck tragen, sind Palla, Bursa und Kelchvelum jeweils mit anschaulicher Symbolik geschmückt. Bei Palla und Bursa finden sich Kreuze und das Auge Gottes umgeben von goldener Klöppelspitze. Der Dekor des Kelchvelums zeigt ein Perlen gesticktes Lamm, das sein Blut in einen Kelch ergießt. Ähren und Trauben sind in die goldenen Ranken integriert. Sie sind Symbole für den Opfertod Christi, der in Gestalt von Brot und Wein in der liturgischen Feier gegenwärtig ist. Gerade die reiche Goldstickerei reflektierte das bewegte Kerzenlicht und ließ so das Objekt lebendig funkeln. Dazu wurden sehr verschiedene Sticktechniken eingesetzt, so dass unterschiedliche Lichtreflexe entstehen. In der Regel wurde mit einem Goldfaden gestickt, das ist ein hauchdünner Goldstreifen, der sogenannte Lahn, der um einen Kernfaden aus Seide, die sogenannte Seele, gewickelt ist. Beim Sticken bleibt dieser Goldfaden stets an der Oberfläche des Trägerstoffes und wird mithilfe eines Seidenfadens befestigt, der durch den Trägerstoff geführt wird. Rutscht dieser Seidenfaden zwischen den Goldlahn, ist er nahezu unsichtbar. Aber er kann auch bewusst über das Gold geführt werden und so Muster erzeugen. Eine andere Möglichkeit sind Golddrähte oder reine Lahnstreifen, die über Unterlagen aus Textil, Pergament oder Leder gelegt sind, wodurch ein dreidimensionaler Effekt erzielt wird.