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Der einzigartige Schatz an bestickten liturgischen Textilien, Messgewändern und Altarantependien aus dem Neuburger Ursulinenkloster entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Hohe künstlerische Qualität und virtuose Ausführung, materielle Pracht und faszinierender Motivreichtum zeichnen ihn aus. Fünf umfangreiche Festornate und zehn gestickte Altarbehänge für die Klosterkirche, sogenannte Antependien, sind erhalten. Die ungewöhnliche Fülle und Kostbarkeit erklärt sich aus dem höfischen Umfeld, in dem die Ursulinen in Neuburg wirkten. Ihr Kloster wurde 1697 durch den Pfälzer Kurfürsten Johann Wilhelm auf Wunsch seiner Mutter Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt gegründet. Die beeindruckenden Ruinenlandschaften der Antependien und der dekorative Schmuck der Ornate zeigen große Nähe zu den Werken des Neuburger Hofmalers Franz Hagen (+ 1734). Die meisterhafte Ausführung lag in den Händen der Ursulinen, deren Orden eine große Tradition in der Stickkunst hatte. Gold- und Silberstickerei sowie Nadelmalerei mit farbigen Seidenfäden bilden die Grundlage der verwendeten Techniken. Das Ineinandergreifen der dicht nebeneinanderliegenden Flachstiche erzeugt den Reichtum der farblichen Schattierung und die gemäldehafte Wirkung der Darstellungen. Die Metallstickerei mit Gold- und Silberlahn erhält durch das plastische Unterlegen der Stickerei in sogenannter Sprengtechnik prunkendes Relief. Kostbare Stoffe sowie Pailletten, Perlen, Glas- und Edelsteine erhöhen die materielle Pracht.