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Unter Pfalzgraf Ottheinrich (1502-1559) diente dieser Renaissancesaal, der erst spät die Bezeichnung Rittersaal erhielt, wohl als Empfangs- und Tafelstube eines fürstlichen Gemachs im Bereich der heute als Amalienzimmer bezeichneten Räume nebenan. Der Erker mit erhöhtem Antritt, den ein bemaltes Netzrippengewölbe und das pfalz-bayerische Wappen schmückt, trat einst zur Altstadt als repräsentativer Balkon aus dem viergeschossigen Nordflügel hervor. Erst 1626 wurde er durch seitliche Anbauten in die Fassadenflucht integriert, als der Fürstengang von hier aus einen Zugang zur Hofkirche schuf. Neben den beiden mächtigen Kalksteinstützen prägt Holz, das wohl erst nach langer Planungszeit unter Philipp Ludwig (1547-1614) eingebracht wurde, die prächtige Ausstattung des Saals. Das Muster der Holzdecke hat eine Vorlage in Sebastiano Serlios Architekturtraktat von 1540. Das sonst kaum nachweisbare Furnier mit extrem dichten Jahresringfolgen wurde aus Eschen gewonnen, deren Stämme etwa 20 Jahre wellenförmig durch ein Spalier gewachsen waren. Zwischen Decke und der von Hans Pihel signierten Holzvertäfelung waren Gemälde gehängt, die seit 1868, als das Schloss zur Kaserne des 15. Königlich bayerischen Infanterieregiments wurde, als verschollen gelten. Die übrigen Wandflächen trugen Malereien, die Jörg Breu d.J. ab 1537 fertigte und deren Reste inzwischen freigelegt sind. Von ihm oder Hans Bocksberger stammen die beiden runden Glasgemälde mit der „Opferung Isaaks“ und den „drei Männernim Feuerofen“.