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Was für ein prächtiges Bauernhaus! Seine Balkone – am Bauernhaus Schrot genannt – zeigen nicht nur Handwerkskunst von Drechslern und Zimmermännern. Die gesamte Fassade an der Eingangs- und an der Traufseite ist zudem äußerst reich bemalt. Fassadenbretter, Schrotbrüstung und sämtliche sichtbaren Balken sind mit vielfarbigen Motiven verziert. Neben durchlaufenden Ornamenten entdeckt man viele Menschen-, Pflanzen- und Tierfiguren und Szenen aus dem bäuerlichen Leben. Zum Beispiel auch ein Hochzeitspaar oder die örtliche Kirche. Am Oberbodenschrot an der Giebelseite sind auch die beidseitigen Taubenkogel bemalt. Über der Schrottür steht „1795“ als Entstehungszeit dieser Fassadenkunst. Johann Lammer hies damals der stolze Besitzer dieses Hofes in einem Ort bei Mamming im Landkreis Dingolfing-Landau. Der spätere Besitzer Josef Ried unterhielt in dem Haus eine Straßenwirtschaft. Aus dieser Zeit um 1909 stammt die Beschriftung „Josef Ried Wirt“. Das Museum hat im Erdgeschoss eine Wirtsstube rekonstruiert und draußen am Hof einen kleinen Wirtsgarten nachempfunden. 1926 kauften Josef und Magdalena Heilmeier das Anwesen. Unter ihrem Namen Heilmeier wurde das Isartaler Bauernhaus 1975 ins Museum übertragen.