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Das Fürstentum Pfalz-Neuburg verdankt seine Gründung im Jahr 1505 kriegerisch ausgetragenen Erbstreitigkeiten zwischen den bayerischen und pfälzischen Familienzweigen der Wittelsbacher Herrscherdynastie. 1503, als Herzog Georg der Reiche von Bayern-Landshut ohne männlichen Erben starb, entbrannte der Landshuter Erbfolgekrieg um sein niederbayerisches Herzogtum. Georg hatte sein Land seiner Tochter Elisabeth und ihrem pfälzischen Gemahl Ruprecht vermacht. Doch die bayerischen Wittelsbacher beanspruchten das Erbe. Im Kölner Schiedsspruch von 1505 setzte König Maximilian I. den Auseinandersetzungen ein Ende: Niederbayern fiel an die Münchner Linie und wurde mit Oberbayern zum Herzogtum Bayern vereint. Zur Versorgung der Kinder Elisabeths und Ruprechts, der verwaisten Prinzen Ottheinrich und Philipp, wurde das Fürstentum Pfalz-Neuburg geschaffen. Es bedurfte jedoch noch langer Verhandlungen, bis 1510 das Herrschaftsgebiet der „Jungen Pfalz“ genau umrissen war: sechs verstreut liegende Gebiete im heutigen Oberbayern, in Schwaben, Franken und in der Oberpfalz. Residenzstadt war Neuburg an der Donau.Das kleine Fürstentum spielte im Verlauf der Jahrhunderte eine bedeutende Rolle. Unter dem Renaissancefürsten Ottheinrich war es Schauplatz der Künste und Wiege der Reformation, im 17. Jahrhundert vergrößert um die Herzogtümer am Niederrhein bedeutende barocke Hofhaltung mit Beziehungen in ganz Europa. Pfalz-Neuburger Fürsten wirkten als Kurfürsten von der Pfalz. 1799 Provinz Kurbayerns geworden, ging das einstige Fürstentum 1806 im Königreich Bayern auf.