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Einfache Sprache
Der kleine Raum ist ebenfalls mit Kieselpflaster ausgestattet. In der unteren Wandzone ist er mit Rinden, im oberen Bereich mit Reisig ausgekleidet. Die blau gefasste Nische nimmt einen liegenden Hirsch aus getriebenem Kupferblech mit echtem Geweih auf und war ursprünglich eine Brunnennische. Dieser Raum fungiert als Bindeglied zwischen drei Grottenräumen. Der benachbarte, gewölbte Raum ist rundherum mit gläsernen Stalaktiten besetzt. An der Stirnseite befindet sich eine um vier Stufen erhöhte Nische, die eine sitzende männliche Gottheit aufnahm. Im ursprünglichen Programm stellte der Raum die Höhle der Ewigkeit dar, in der Demogorgon, der Vater aller Götter, wohnte. In einem spätantiken Eposkommentar des Placidus las dieser den Akkusativ des griechischen Wortes für „Schöpfer“ fälschlich als nominative Bezeichnung eines vermeintlich unbekannten Gottes namens Demogorgon. In der Folge tauchte Demogorgon, dessen Name zu wissen verboten wäre, dann immer wieder in verschiedenen Texten auf und wurde schließlich von Boccaccio zum Stammvater der antiken Götter erklärt. Andere dichteten den Wohnort in einem Himalaya-Palast dazu. Zeitgenössisch zum Bau der Grottenanlage war diese Figur dann sehr populär, beispielsweise erscheint er in Lullys Oper „Roland“ als Herr und Zeremonienmeister der Feen. Später wurde der Raum dann als Eisgrotte bezeichnet.