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Einfache Sprache
Max Emanuel hat dieses Appartement – wie auch das in Gelbtönen gehaltene seiner Gemahlin – höchstwahrscheinlich nie vollendet gesehen. Bei seinem Tod 1726 war zwar Amigonis Freskierung abgeschlossen, es wurde allerdings noch lange an der reichen Ausstattung gearbeitet. Die grundlegende Konzeption der Prunkappartements stammt jedoch bereits aus Max Emanuels Zeiten. Ein Appartement war nicht nur eine Wohnraumfolge, sondern auch der Ort der Herrschaftsausübung: Der Ablauf beim Empfang von hochrangigen Gästen oder Belehnungen, die Besprechungen mit den Hofbediensteten – all dies regelte das so genannte Zeremoniell, das den Rahmen für den Tagesablauf bei Hof bildete. Von daher kommt auch den Deckenmalereien in einem Schloss immer eine besondere Aufgabe zu: Sie sollen mit ihrer Kunstfertigkeit begeistern, vor allem aber ein entsprechendes Herrschaftsprogramm versinnbildlichen. Besonders interessant ist die Darstellung im prunkvollsten Raum des Appartements – im Paradeschlafzimmer. Nach getaner kriegerischer Arbeit findet hier ein Held seine Ruhe. Dabei ist der kriegsmüde Kämpfer wohl gleich dreifach zu deuten – hier hat sich entweder der Kriegsgott Mars, unser Held Aeneas oder Max Emanuel selbst zur Ruhe gelegt und hofft mit seinen Gästen zusammen auf eine künftig friedliche Regentschaft. Hier endet auch unser kurzer Rundweg zu Aeneas im Neuen Schloss Schleißheim. Ihr Besuch muss allerdings noch lange nicht enden – im Appartement der Kurfürstin und in den Galerieräumen warten noch viele weitere Entdeckungen auf Sie.