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Einfache Sprache
Zu einem kirchlichen Ornat gehören neben den Gewändern auch die am Altar verwendeten Textilien. Hier ist zwischen der Weißwäsche aus feinstem Leinen und den Textilien zu unterscheiden, die in Material und Farbe den Gewändern entsprechen. Zur Leinenausstattung zählen das Altartuch, das für die Eucharistiefeier partiell über das Altartuch gelegte, quadratische Korporale als Unterlage für Kelch und Hostienschale, das Lavabotuch zum Trocknen der Hände nach der Händewaschung und das Kelchtuch, das sogenannte Purifikatorium zum Reinigen von Kelch und Hostienschale nach der Kommunion. Ausgestellt sind hier vor allem die Objekte des Engel-Ornats, die zum Kelch gehören, der im Barock in folgender Weise zum Altar gebracht wurde: über dem Kelch liegt das leinene, zusammengefaltete Purifikatorium, darauf eigentlich die goldene Patene, also die flache Schale für die große Hostie, darüber die Palla. Die Palla ist eine quadratische, steife Bedeckung des Kelches, um eine Verunreinigung oder Verdunstung des Messweines zu verhindern. Bis zur Gabenbereitung wird alles zusätzlich mit dem Kelchvelum verhüllt. Obenauf liegt dann die Bursa, eine aufklappbare Tasche mit versteifter Einlage zur Aufbewahrung des Korporales. Palla, Bursa und Kelchvelum sind mit anschaulicher Symbolik geschmückt. Auf der Palla umschließt eine Ährengarbe – einem Strahlenkranz gleich – ein hostienartiges Medaillon bzw. das Rund der Patene mit dem Christuskind. Unterhalb des Ährenbündels erscheinen zwei geflügelte Engelsköpfchen in den lasierend gestickten Wolken, ergänzt durch die lateinische Inschrift „Frumentum Electorum“ (Ährenfrucht der Auserwählten). Diese Worte stammen aus dem Gebet zur Gabenbereitung am Fest der Hl. Margareta Maria Alacoque, das allerdings erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts offiziell eingeführt wurde. Die Neuburger Ursulinen gründeten jedoch schon 1705 eine Gebetsgemeinschaft, die basierend auf den Visionen dieser Mystikerin früh zur Verbreitung des Herz-Jesu-Kults beitrug. Das Kelchvelum zeigt zwischen Goldstickerei und reichen Blumenbouquets aus Rosen, Tulpen und Nelken Christus bei der Wandlung des Brotes als besonders anschauliches Motiv für das bei der Eucharistiefeier genutzte Tuch.