Sprache
Einfache Sprache
Bayerischer Wald und Böhmerwald – könnte die Natur für sich selbst sprechen, wüsste sie nichts von dieser Unterscheidung. Allein die Siedlungsgeschichte dieses dicht bewaldeten Gebirgsmassivs an der deutsch-tschechisch-österreichischen Grenze führte zu einer namentlichen Trennung. Rein geografisch betrachtet bildet der Bayrische Wald nur einen kleinen Teil des mächtigen Mittelgebirges. Im inneren, spät besiedelten Teil dieses Gebirges haben die Bauern und Holzfäller eine eigenständige Bauform entwickelt, die Böhmerwaldhaus genannt wird. Das Haus, vor dem Sie stehen, stammt aus der Nähe von Neureichenau. Es ist nach seinen letzten Besitzern benannt als „Schanzerhäusl“. Der Einfirst-Bauernhof zeigt die typischen Merkmale eines Böhmerwaldhauses: Da ist vor allem das große, mit Holzschindeln gedeckte Dach. Kennzeichnend ist der frontseitige Schopfwalm, der das Haus wie eine Kapuze vor Wind und Regen schützt. Die steilen, weit herabgezogenen Dachflanken lassen den Schnee abgleiten, der in den Gebirgswintern reichlich fällt. Die Hausfront des Schanzerhäusls zeigt die zweifache Bauweise eines Böhmerwaldhauses: Vierkantbehauene Baumstämme bilden die Stubenwände. Die daneben liegende Rauchkuchl und der nach hinten anschließende Stall sind aus Natursteinen gemauert. Wie hier am Schanzerhäusl sind oft auch die Blockbauwände mit hölzernen Scharschindeln verkleidet und dadurch vor der Witterung geschützt.