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Einfache Sprache
An dieser Station erfahren Sie etwas über die Geschichte der jüdischen Deggendorfer*innen in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie stehen vor einer Tafel, die 60 cm breit und 40 cm tief ist. Die Tafel hat 2 Bereiche. Auf der rechten Seite können Sie die Oberfläche eines sogenannten Stolpersteines ertasten. Auf der linken Seite finden Sie die Inschrift auf dem Stein in Breischrift und in Pyramidenschrift. 2012 wurden in Deggendorf am Pferdemarkt 12 und am Oberen Stadtplatz 13 vom Kölner Künstler Gunter Demnig acht von diesen Stolper-Steinen verlegt. Sie sollen an die Deggendorfer Jüdinnen und Juden erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden und in Vernichtungslagern ermordet worden sind. 1933 hat es in Deggendorf fünf jüdische Familien gegeben. Die Nachbildung eines Stolpersteins erinnert an Julius Isidor Lauchheimer. Er wurde 1877 in Mittelfranken geboren und hat 1919 das Deggendorfer Bürgerrecht verliehen bekommen. 1910 hat er zusammen mit seinem Geschäftspartner Leopold Roederer am Oberen Stadtplatz 13 eine „Tuch- und Manufakturwarenhandlung“ eröffnet. Das Geschäft war erfolgreich. Sie konnten 1919 das Geschäftshaus kaufen. Mit dem Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 wurde die Situation auch für das Textilkaufhaus Lauchheimer und Roederer schwierig. Nach der Reichsprogromnacht am 10. November 1938 wurde das Geschäft zwangsweise geschlossen. Julius Lauchheimer und die anderen jüdischen Geschäftsinhaber wurden in eine angebliche „Schutzhaft“ genommen. Von dort wurden sie in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Die Familie Lauchheimer hat 1941 noch versucht, in die USA auszuwandern. Am 3. April 1942 wurden sie und andere Deggendorfer Jüdinnen und Juden in den Osten deportiert. Danach verlieren sich die Spuren von Julius Lauchheimer, seiner Frau Klementine und der Tochter Ilse. An der Station 20 berichten wieder Zeitzeugen. Gehen Sie vom letzten Aufmerksamkeitsfeld aus links zum 3. Aufmerksamkeitsfeld.