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Einfache Sprache
In finsterem Forst, verborgen vor dem Auge der Justiz sitzen einige abgerissene Gestalten um ein loderndes Lagerfeuer. Als Räuber und Halunken werden sie landauf landab gesucht. Doch hier - in dieser gut verborgenen Höhle finden sie einen sicheren Unterschlupf. Hier können sie rasten und zugleich - selbst gut versteckt – den weiten Blick über das Flusstal der Naab nutzen, um den nächsten Überfall zu planen. Sich ein solches Bild an diesem Ort vorzustellen, fällt nicht schwer - in der sogenannten Räuberhöhle von Etterzhausen. Dichte Buchenwälder umstehen einen schmalen Höhleneingang, der schließlich in eine sieben Meter hohe und über 20 Meter breite Höhle führt. Ob hier nun wirklich jemals Räuber ihren Unterschlupf gefunden haben, ist dabei leider nicht belegt. Aber dass diesen Ort seit jeher etwas Mystisches und Geheimnisvolles umgibt, das steht außer Frage. So hält sich die Sage, dass einst der Ritter von Löweneck den ahnungslosen Ritter von Eichhofen an dieser Stelle überfallen habe und darauf in die Höhle gesperrt habe. Nur durch die Beharrlichkeit seiner Tochter und der Tatkraft seines späteren Schwiegersohnes kam er wieder frei und rächte sich grausig am Ritter von Löweneck. Noch heute strahlt die malerisch gelegene Höhle diese Mystik vergangener Geschichten aus, auch wenn die wenigsten davon historisch belegbar sind. Denn das Einzige, das mit letzter Sicherheit über die Räuberhöhle gesagt werden kann, ist DASS hier Menschen gelebt haben. Immer wieder war sie von Menschen aus unterschiedlichsten Gründen genutzt worden. In Vorchristlicher Zeit waren es die Kelten, die diesen Ort bereits kannten und vermutlich als Kultstätte nutzten. Den heutigen, verbreiterten Eingang mit seinen Stufen, die in die Tiefe führen verdankt die Höhle allerdings erst den Bierbrauern des 18. Jahrhunderts. Denn die ehemalige Schlossbrauerei Etterzhausen nutzte die kühlen, tiefen Kavernen, um hier Bier zu lagern und zu reifen. Selbst in heißen Sommertagen halten sich hier niedrige Temperaturen, wie sie für die Bierherstellung so wichtig waren in den Tagen, in denen noch keine technische Kühlung erfunden worden war. Und auch im zweiten Weltkrieg waren es Familien aus der Umgebung, die hier Zuflucht suchten vor Fliegerangriffen und Kriegsgefahren. Aber ob es aber nun in den langen Jahrhunderten, die diese Höhle bereits besteht, wirklich jemals Räuber hier ihren Unterschlupf hatten, wird wohl noch lange im Nebel der Geschichte verborgen bleiben.