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Einfache Sprache
Einen Höhepunkt im Neuburger Paramentenschatz bildet der Engel-Ornat – und zwar in vielerlei Hinsicht. Die feinen Engelsputten und geflügelten Engelsköpfchen als Schmuckelemente und Bedeutungsträger gaben ihm seinen Namen. Als Ornat in der Farbe Weiß kam er an höchsten kirchlichen Festen zum Einsatz, an Weihnachten und Ostern, an Herrenfesten wie Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und Heiligstes Herz Jesu sowie zu Festen der Erzengel. Vor allem in Materialreichtum und Technikvielfalt nimmt er eine Sonderstellung ein. Der kostbare Stoff des Ornats besteht aus weißem Silberlamé. Er erhält durch die eingewebten Silberfäden seinen schimmernden Glanz, durch die Ripsbindung eine feine Struktur und durch ein florales Prägemuster einen zusätzlichen Effekt. Auf diesem luxuriösen Grund erzeugt die extrem reiche Stickerei mit Gold- und Silberfäden, Perlen, Pailletten, samtigen Chenillefäden und glänzenden Seidenfäden verschiedenste Effekte. Zudem ist er der einzige Neuburger Ornat mit Inschriften, die mit der Darstellung des flammenden Herzen Jesu auf die Visionen der Mystikerin Margareta Maria Alacoque (1647-1690) Bezug nehmen. Bereits 1705 gründeten die Neuburger Ursulinen die Bruderschaft von dem Göttlichen Herzen Jesu. Damit greift das Bildprogramm ein sehr aktuelles und innovatives Thema auf und trägt früh zu dessen Verbreitung bei. Zugehörig sind Antependien mit alttestamentlichen Szenen, in denen Engelserscheinungen im Zentrum stehen, sowie das Antependium der Pfeilerhalle mit Garten.