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Einfache Sprache
In diesem 200 Jahre alten Bauernhaus aus dem Landkreis Altötting richtete das Museum 2014 eine Kramerei ein. Kleine Kramerläden gab es bis in die Nachkriegszeit überall am Land. Hier bekam man alles, was man im täglichen Leben brauchte. Das waren vor allem Lebensmittel, die wenig Raum einnahmen und gut lagerfähig waren. Dazu zählten auch Brot, Käse und Butter. Petroleum für Öfen und Lampen konnte man literweise aus einem Tank pumpen. Überseeische Lebens- und Genussmittel wie Kaffee, Tabak, Reis, Kakao und Gewürze ließen die Bezeichnung Kolonialwarenladen entstehen. Mit der Zeit erweiterte sich das Warensortiment um industriell hergestellte und veredelte Produkte. Nun gab es auch Waschmittel, Päckchensuppen und Lebensmittel aus der Kühlung. Kramerläden wurden auch zum Vorbild für den „Kaufladen“, ein beliebtes Kinderspielzeug. Im richtigen Leben kaufte man in einem Kramerladen nicht nur ein. Hier traf man sich und tauschte Neuigkeiten aus. Mit dem Aufkommen von Selbstbedienungsläden wurde der traditionelle Kramerladen in „Tante-Emma-Laden“ umbenannt. Viele dieser kleinen Lebensmittelläden sind bis in die 1980er Jahre verschwunden – man kaufte jetzt im Supermarkt. Gegenwärtig erfahren Dorfläden eine Renaissance. Sie werden mancherorts als Initiativen der Dorfgemeinschaft betrieben. Die Kramerei am Heilmeierhof ist an bestimmten Tagen regelmäßig für Besucher geöffnet. Dann werden zur Freude von Kindern lose Süßigkeiten aus dem Glas, wie Lutscher und Brausebonbons verkauft. Auch zur übrigen Zeit gewährt eine Glastür Einblick in den originalgetreu ausgestatteten Laden.