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Einfache Sprache
Die Stube war ein wichtiger Raum im Alltag einer Bauernfamilie. Wenn die Feldarbeit getan war, hielt man sich hier viele Stunden auf. Über Jahrhunderte war die Stube der einzige beheizbare Raum im ganzen Bauernhaus. So nimmt denn auch der Ofenwinkel den größten Platz in dem ebenerdigen Zimmer ein. Platziert ist der Ofen neben der Tür, an der Wand zum Flur. Feuerfeste Granitplatten umgeben den Herd mit seiner eisernen Herdplatte. Er diente gleichermaßen zum Heizen und zum Kochen. Die Plätze für den Ofen und für den Stubentisch liegen sich – wie in den meisten Bauernstuben – diagonal gegenüber. Über der Sitzecke hängt traditionell ein Segen spendendes Kruzifix. In diesem Herrgottswinkel saß man auch zu den Mahlzeiten beisammen. Nach dem Tischgebet löffelten hier alle Hofmitglieder aus ein und derselben Schüssel eine Milchsuppe oder eine einfache Mehl- oder Kartoffelspeise. Nahe dem Ofen gab es in größeren Stuben einen Platz zum Ausruhen, oft auch einen Schlafplatz für Alte oder Kleinkinder – denn in den Schlafkammern der Bauernhäuser war es im Winter bitterkalt. Auch für Winterarbeiten wie Nähen oder kleines Schnitzwerk kam man in der Stube zusammen. Manchmal traf sich eine größere Runde Frauen zum Federnschleißen – da ging es recht fröhlich zu.