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Einfache Sprache
Der Engel-Ornat besteht neben den zugehörigen Antependien insgesamt aus zwei Dalmatiken, drei Kaseln, fünf Stolen, fünf Manipeln, drei Kelchvelen, drei Pallen und drei Bursen, ist damit nahezu vollständig erhalten und hier in Teilen präsentiert. Eine der Kaseln zeichnet sich aufgrund ihres reichen Figurenschmucks und kleiner Schriftbänder als Messgewand des Hauptzelebranten aus. Auf der Vorderseite sind Engel zwischen goldenen Ranken um eine Schale mit Blumen, darunter eine gelb-rot geflammte Tulpe, gruppiert. Ihre Hauptschauseite zeigt im rückwärtigen Kaselstab von oben nach unten den Hl. Geist in Gestalt einer von goldenen Strahlen hinterfangenen Taube, darunter einen Engel mit rotem, silbern gefasstem Gewand und silbernem Mantel, der ein flammendes Herz emporhält, und im unteren Drittel den Johannesknaben mit Fellgewand, Kreuzstab und Lamm. Um den Stab ist ein Schriftband gewunden, darin steht „Ecce Agnus Dei qui Tollit peccata Mundi“ (Seht, das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt). Das sind die Worte des Priesters, wenn er der Gemeinde die Hostie, also den Leib Christi zeigt. In den seitlichen Kaselfeldern flankieren den Engel mit flammendem Herzen links ein blau gekleideter Engel mit Kreuz, rechts ein Engel in grünem Gewand mit Anker. Damit symbolisieren sie die Trias der theologischen Tugenden: Glaube, Liebe und Hoffnung. Darüber finden sich zu beiden Seiten der Taube zwei weitere, dunkelrot gekleidete Engel, der rechte mit betend gefalteten Händen. Ihm ist ein Schriftband zugeordnet, das den Beginn eines Gebets enthält, das der Priester spricht, wenn er zum Altar geht. Sein Pendant auf der linken Seite trägt mit Weintrauben und Ährenbündel die eucharistischen Gaben. Und auf einer Dalmatik haben sich die Stickerinnen einen kleinen Seitenhieb auf die männerdominierte Welt der Kirche erlaubt: einem der Evangelistensymbole der Dalmatiken ist ein aufgeschlagenes Buch beigefügt, in dem die Worte „Evangelium Mathae XXVIII“, also Matthäusevangelium, Kapitel 28 zu lesen sind. Die entsprechende Bibelstelle betont, dass es nach der Auferstehung Christi die Frauen waren, die sahen und glaubten, während unter den männlichen Jüngern einige zweifelten.