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Der Rothirsch ist eine der bekanntesten und eindrucksvollsten Hirscharten Europas. Er gehört zu den größten heimischen Wildtieren und besiedelt heute große Teile Europas sowie Regionen in Asien und Nordafrika. Es gibt zahlreiche Unterarten, die sich in Größe, Färbung und Geweihform unterscheiden. Der Europäische Rothirsch ist dabei die in Mitteleuropa heimische Form und die Kleinste aller Unterarten. Dabei bevorzugen alle Arten abwechslungsreiche Lebensräume aus Wäldern, Wiesen und offenen Flächen. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und daher in freier Wildbahn oft schwer zu beobachten. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Gräsern, Kräutern, Knospen und jungen Trieben. Im Winter fressen sie auch Rinde und Zweige. Rothirsche sind beeindruckende Läufer und können über weite Strecken ausdauernd traben. Sie leben in sozialen Verbänden, die je nach Jahreszeit unterschiedlich zusammengesetzt sind. Die Weibchen und ihr Nachwuchs bilden Rudel, während die Männchen außerhalb der Brunft meist in eigenen Gruppen leben. Während der Brunft im Herbst liefern sich die Hirsche eindrucksvolle Rivalenkämpfe, bei denen sie mit ihren Geweihen aufeinandertreffen, um die Weibchen für sich zu gewinnen. Übrigens tragen bei fast allen Hirschen nur die männlichen Tiere ein Geweih. Es besteht aus echter Knochensubstanz und wächst jedes Jahr neu. Während des Wachstums ist es von einer stark durchbluteten, wie Samtstoff aussehenden Hautschicht, dem Bast, überzogen. Sobald das Geweih vollständig ausgebildet ist, verkalkt der Knochen, der Bast trocknet ein und wird vom Hirsch an Bäumen und Sträuchern abgestreift. Nach der Paarungszeit, der Brunft, wird das Geweih abgeworfen und der Zyklus beginnt erneut. Ein besonders interessantes Merkmal ist die Lautäußerung der Hirsche während der Brunft: das Röhren. Dieser kraftvolle Ruf dient dazu, Rivalen einzuschüchtern und Weibchen anzulocken. Das Röhren eines starken Hirsches kann über mehrere Kilometer hinweg gehört werden und gehört zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen unserer heimischen Tierwelt. Übrigens: unser ebenfalls heimisches Reh ist mit den Hirschen nur entfernt verwandt und eine völlig andere Art mit grundlegend anderer Lebensweise und Eigenschaften! Trotzdem glauben viele Menschen, dass „Rehe“ die weiblichen Hirsche ohne Geweih seien – dies ist jedoch völlig falsch und wäre eine eigene Geschichte wert…
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