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Einfache Sprache
Im nächsten Raum lohnt ein Blick an die Decke. Zur Sicherung der Erbfolge verheiratete Karl III. Philipp seine Enkeltochter Elisabeth Auguste mit seinem Nachfolger. Diese lang vorbereitete Hochzeit mit dem erst 17jährigen Karl Theodor fand 1742 am 21. Geburtstag der Braut in Mannheim statt. Das rauschende Fest dauerte 14 Tage, versprach eine glückliche, kinderreiche Ehe und war gleichzeitig eine Machtdemonstration für den betagten Kurfürsten Karl Philipp, der nur im Rollstuhl teilnehmen konnte. Er präsentierte alles an Lustbarkeiten, was der Barock zu bieten hatte: Festbankette, Maskenbälle, eine Hochzeitsoper im eigens dafür gebauten Hofopernhaus, Wein im Schlosshof für die Bevölkerung, eine Illumination der Stadt mit anschließendem Feuerwerk. Und für das junge Paar ließ er Schloss Neuburg herrichten. Damals entstand auch dieses Deckengemälde. Es zeigt, welche Hoffnungen in diese Ehe gesetzt wurden: Im Zentrum thront auf Wolken Divina Providentia, die göttliche Vorsehung – sie hat das Paar zusammengeführt. Ihr Gnadenstrahl fällt auf zwei brennende Herzen als Symbol der ehelichen Verbindung von Karl Theodor und Elisabeth Auguste. Die beiden Herzen hält Palatina, die Allegorie der Kurpfalz, dargestellt mit Hermelinmantel, Kurhut und dem pfälzischen Wappen zu ihren Füßen. Die Ehe soll dem Wohl der Kurpfalz dienen. Gegenüber verkündet Fama den Ruhm des jungen Fürsten: auf dem Fanfarentuch steht „Vivat Carl Theodor!“, diesmal die Initialen ganz Kurpfälzisch mit CT. Nach der Übernahme des Kurfürstentums Bayern herrscht die Schreibweise mit K vor. Da Karl Philipp jedoch bereits im Jahr der Hochzeit starb, wurde nichts daraus, dass das Paar in Neuburg einzog. Karl Theodor übernahm mit Regierungsantritt die Residenz seines Vorgängers in Mannheim.