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Einfache Sprache
Um Hopfen in guter Qualität zu liefern, muss er sofort nach der Ernte getrocknet werden. Frisch gezupft enthalten die Hopfendolden rund 80 Prozent Wasser. Das soll möglichst rasch verdunsten, damit sich kein Schimmel ansetzt. Früher trocknete man die Dolden in gut durchlüfteten Dachböden und Stadeln. Schneller und zuverlässiger geht es in beheizbaren Trocknungsanlagen. Eine solche Hopfendarre erweiterte 1909 die Gebäudeausstattung des Lehnerhofs. Die Hausdarre wurde an den Schweinestall angebaut und schloss das L-förmige Ensemble aus den 1850er Jahren harmonisch ab. Zentrum der Darre ist ein großer, aus Ziegeln gemauerter Ofen, der mit Holz beheizt wird. Ein dickes, mehrfach gewundenes Blechrohr führt vom Ofen in den Lufterhitzraum und leitet die Rauchgase nach oben ab. Über dem Erhitzraum liegt die Darrkammer. Hier wird der frisch geerntete Hopfen locker auf Gitter geschichtet. Die vom Ofen und dem Rohr erwärmte Luft durchströmt sodann die Hopfendolden und sorgt für ein zügiges Abtrocknen. Der entstehende Dunst zieht über den kleinen Turm der Darre ab. Das Hopfenernten davor war sehr arbeitsintensiv. Denn Hopfenzupfen war reine Handarbeit. Dafür kamen während der Erntesaison viele Hopfenpflücker auf den Hof. Sie bekamen Schlafplatz in einem Nebengebäude und am Dachboden des Wohnhauses. Mit Sonderzügen aus München fuhren früher die Erntehelfer ins Hopfenanbaugebiet der Hallertau.